Der Bundesrat will die Fliegerei in Dübendorf nicht aufgeben. Auch in Zukunft werden dort zwar keine Militärjets mehr starten und landen wie einst, dafür unter anderem Business-Jets. Aber der Bundesrat spricht sich auch für den Bau des Zürcher Hubs des nationalen Innovationsparks auf dem Flughafenareal aus. Beide Entscheide durften erwartet werden, dennoch wurden sie im Kanton Zürich ganz unterschiedlich aufgenommen.

Der Innovationspark, ein Schmelztiegel innovativer Firmen und Hochschulen, stärkt den Wirtschaftsstandort Zürich, den Wirtschaftsmotor der Schweiz. Darin waren und sind sich alle einig – die Zusage des Bundesrats wurde deshalb als selbstverständlich angenommen. Die Fliegerei hingegen wird den kantonalen Fluglärmstreit um ein leidiges Kapitel Dübendorf erweitern. Darauf hat im Kanton niemand Lust. Der Regierungsrat hoffte deshalb bis zuletzt, der Bundesrat würde im Glattal auf eine zivile Aviatik verzichten.

Kein Wunder reagierte Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker (SVP) auf den gestrigen Entscheid «mit Bedauern». Doch die Formulierung ist milde: In der Verärgerten-Skala ist viel Luft nach oben. Anders ausgedrückt: Ihm musste seit jeher klar sein, dass Verkehrsministerin Doris Leuthard (CVP) den bundeseigenen Flugplatz Dübendorf nicht aus der Hand geben wird. Sollte Kloten nämlich dereinst an seine Kapazitätsgrenzen kommen, wäre der Neubau eines ergänzenden Flughafens kaum realistisch, zu einschränkend sind heute Einsprachemöglichkeiten für derartige Infrastrukturprojekte auf der grünen Wiese.

Man darf den Bundesratsentscheid deshalb begrüssen. Für den Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm gibt es Gesetze. Einen Geschäfts-Flugplatz vor der Haustüre zu haben, dürfte den Innovationspark aber nicht nur mit wichtigen Playern auf der ganzen Welt verbinden, sondern ihn gleichzeitig beflügeln. Dem Wirtschaftsstandort Zürich wird das zusätzliche Dynamik verleihen.