In diesem Zusammenhang wird von MINT gesprochen, einer aus den Anfangsbuchstaben der Bereiche kreierter Begriff. Besondere Situationen bedürfen immer auch besonderer Wortschöpfungen.

Nun ist das Problem zwar nicht ganz neu, hat aber in der Diskussion um den Fachkräftemangel in der Schweiz eine zusätzliche Dringlichkeit erlangt. Wer mehr Mädchen und Jungen will, die einen MINT-Beruf ergreifen, der muss diese bekannt machen und die Jugendlichen dafür begeistern. Diese Aufgabe kommt nicht zuletzt den Gymnasien zu. Die Zürcher Bildungsdirektion forderte von ihnen aber erst im Frühjahr 2014 Konzepte ein, wie sie den MINT-Bereich stärken können.

Die Kantonsschule Limmattal hatte da die Situation längst erkannt. Das Bewusstsein für MINT wird an der KSL seit Jahren gestärkt, das zeigen die Schülerzahlen in diesen Bereichen. Und auf kommendes Schuljahr wird sogar ein neues Fach «Naturwissenschaften und Technik» eingerichtet. Nicht zuletzt: Seit 2007 führt die Kantonsschule Limmattal den Tec Day durch, der MINT erfahrbar machen soll. Eine Pioniertat, denn es war damals der erste Tag dieser Art überhaupt in der Schweiz. Klar ist: Nur wenn Schülerinnen und Schüler Mathematik auch als Möglichkeit sehen, Rätsel zu lösen, Informatik als Spiel begreifen, in der Naturwissenschaft den Forschergeist entdecken oder Technik als Betätigungsfeld für Erfinder sehen, dann finden sie einen Zugang zu den bislang verschmähten Berufen. Das Beispiel Kantonsschule Limmattal beweist zweierlei: Erstens, es gibt Rezepte gegen den Fachkräftemangel. Und zweitens: Die Schweiz hat das Problem viel zu lange vernachlässigt.