Es ist eine Zahl zum Träumen: 36 Millionen Franken. Es geht dabei aber nicht um einen Lottogewinn. Im Gegenteil: So viel Geld ist der Stadt Dietikon in den letzten Jahren entgangen, weil die Handänderungssteuer 2005 im Kanton Zürich abgeschafft worden ist – durchschnittlich also 4 Millionen Franken pro Jahr.

Natürlich: Die Abschaffung war ein Volksentscheid. Pech nur, dass genau dann der Bauboom im Bezirkshauptort einsetzte und Dietikon die Infrastruktur den neuen Verhältnissen anpassen musste. Die Millionen, auf die die Stimmbürger verzichteten, wären also willkommen gewesen. Vier Steuermillionen sind auch für Dietiker Verhältnisse kein Pappenstiel. Bezogen auf das Budget 2014, machen sie sieben Steuerprozente aus. Der Stadtrat hatte im Vorfeld der Abstimmung vergebens gewarnt, die Gelder könnten fehlen.

Der Stadtrat hat jeweils folgende Möglichkeiten, die fehlenden Millionen zu kompensieren. Entweder er spart die vier Millionen ein oder er erhöht die Einnahmen um diesen Betrag oder er wählt eine Mischform. Wie schwer es ist, substanziell zu sparen, erlebt der Stadtrat jedes Jahr aufs Neue – der Handlungsspielraum ist zu gering, die von ihm nicht beeinflussbaren Faktoren bei den grossen Posten wie Schule und Soziales sind zu gross, Gebühren können nicht unendlich erhöht werden. Aus gutem Grund kämpft der Stadtrat darum, die Soziallasten im Kanton anders zu verteilen, um Dietikon zu entlasten. Noch ist nicht sicher, ob er reüssiert.

Immerhin: Der Stadtrat rechnet damit, dass sich die Bautätigkeit der letzten und kommenden Jahre für die Stadt früher oder später auszahlt. Dies, weil die zusätzlichen Wohnungen über ihre Mieter und Eigentümer zusätzliches Steuersubstrat generieren. Mit früher wäre der Stadt sehr gedient. Denn 2017 werden weitere Millionen aus dem Finanzausgleichstopf wegfallen.