Angesichts des rigiden Betriebsreglements wird die Freude manch eines Freestyle-Sportlers stark gedämpft. Die Stadt wäre dennoch schlecht damit beraten, das Projekt deshalb aufzugeben.

Am Ursprung des Widerstands der Anwohner stand die Befürchtung, dass sie vom Lärm der Nutzer gestört werden könnten. Dieses Problem hätte mit einer einfachen Lärmschutzwand behoben werden können. Doch das heutige Betriebskonzept geht weiter: Die Anlage wird umzäunt, um 20 Uhr verschliesst sie ein Tor mit Zeitschloss und Musik ist auch am Tag nur in Zimmerlautstärke erlaubt.


All dies zeugt von einer viel subtileren Angst, als jener vor Lärm. Es geht um die Furcht vor dem Schreckgespenst der alkoholisierten oder gar aggressiven Jugendlichen. Richtig war daher sicher der Entscheid der Stadt, die Zelgli-Bewohner und die Skater nicht mit dem Betriebsreglement alleine zu lassen. Die Jugendarbeit und das städtische Betreuungsteam werden vorbeugend viel bewirken und so Vorurteile abbauen können.

Nun äusserten aber gar frühere Befürworter Zweifel darüber, ob ein Skatepark unter so rigiden Bedingungen überhaupt Sinn macht. Die Vereinbarung mit den Rekurrenten wird der Gesamtstadtrat erst noch bewilligen müssen. Das Projekt aufzugeben, sollte er sich zweimal überlegen.

Denn bei einer Skateranlage geht es nicht nur um einige Rampen: Sie ist auch eine Geste gegenüber der Jugend – ein Zeichen dafür, dass eine Gemeinschaft sich für sie interessiert und sie ernst nimmt. Wenn nun aber das Misstrauen der Anwohner dazu führt, dass die Behörden auf den Park ganz verzichten, so würde das positive Signal in sein Gegenteil verkehrt.

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