Innert 12 Monaten wird die Stadt die Goldschlägistrasse nun so verlängern, dass sie eine neue Verbindung zwischen Badener- und Bernstrasse bildet. Der Stadtrat kann damit einen Erfolg verbuchen. Dennoch möchte man nicht in seiner Haut stecken.
Das Strassenprojekt wurde auch aus der Not geboren. Der Kanton Zürich will die Überlandstrasse so ausbauen, dass sie jenen Verkehr schlucken kann, den Schlieren künftig seinem Zentrum fernhalten will. Während der Bauzeit braucht es die Goldschlägi-Achse, zur Verlagerung der Autoströme. Schon jetzt ist klar, dass es dadurch an der Badenerstrasse vorübergehend zu Mehrverkehr kommen wird.

Im Anschluss daran schafft der Kanton in Schlierens Mitte erste Voraussetzungen für einen Wandel vom Verkehrsknotenpunkt zum Begegnungsort. Ab dieser Phase nutzt der Stadtrat die Goldschlägistrasse dazu, um den Verkehr besser zu lenken. Es wird dennoch schwierig, zu verhindern, dass dann ein Teil der Autos in die Quartiere abfliesst. Alles in allem hat sich Schlieren mit dem gestrigen Entscheid aber einen grossen Vorteil verschafft: Denn die Goldschlägistrasse und die flankierenden Massnahmen des Kantons dienen langfristig dazu, dem Zentrum Luft zu verschaffen, die es braucht, um aufleben zu können.

Doch ist der Stadtrat nicht zu beneiden. Denn falls er nicht verhindern kann, dass die Verkehrsverlagerungen während der Bauarbeiten die Bevölkerung zu stark strapazieren, wäre der Schaden gross: Dann könnte die Angst vor einem Verkehrschaos den Willen der Schlieremer schmälern, den Wandel der Stadtmitte zugunsten der Fussgänger konsequent umzusetzen.