Energieplan

Bei der Energiewende darf keiner Verlieren

Sie soll künftig Schlieren mit Wärmeenergie versorgen: die Kehrichtverbrennung der Limeco. Max Häberli

Sie soll künftig Schlieren mit Wärmeenergie versorgen: die Kehrichtverbrennung der Limeco. Max Häberli

Die Stadt Schlieren muss gegenüber den EWZ für Hausbesitzer einstehen

Den Worten müssen Taten folgen: Zwar hat der Schlieremer Stadtrat den Konzessionsvertrag für den Abwärme-Energieverbund mit den Elektrizitätswerken Zürich (EWZ) neu verhandelt. Und dabei konnte er erreichen, dass diese den Hausbesitzern ihre Tarifberechnungsgrundlagen offenlegen müssen. Liegenschaftseigentümer können künftig also besser kontrollieren, ob die EWZ ihnen ein faires Angebot für einen Anschluss unterbreiten oder nicht. Doch für die Stadt ist es damit noch nicht getan.

Mit dem neuen Vertrag dürften auch jene Stimmen im Stadtparlament besänftigt sein, die vergangenen Dezember die Energieplan-Revision bachab schickten. Sie, wie etwa auch der Schlieremer Hauseigentümerverband, befürchteten, dass die Liegenschaftseigentümer von den EWZ über den Tisch gezogen werden könnten. Sie würden einerseits von der Stadt gedrängt, sich dem ökologischen Energieverbund anzuschliessen, gleichzeitig stünden sie einem Monopolisten gegenüber, hiess es. Das Monopol wird nun zumindest transparenter. Erst an anderen Errungenschaften des neuen Vertrags wird sich aber zeigen, ob die Stadt tatsächlich gewillt ist, sich im Ernstfall im Namen der Hausbesitzer gegenüber den EWZ zu behaupten.

Mit der Schlichtungskommission will die Stadt nämlich ein Gremium schaffen, in dem der Energieanbieter und unzufriedene Kunden bei Vertragsstreitigkeiten gemeinsam mit der Stadt eine Lösung suchen. Kommt es dereinst zu solchen Verhandlungen, muss die Exekutive alles daran legen, dass sich Hausbesitzer am Ende von den EWZ nicht ungerecht behandelt fühlen. Gelingt ihr dies nicht, so wird es schwierig, die Bevölkerung vom eingeschlagenen Kurs der Energiewende zu überzeugen.

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