Immerhin gibt es dank des Schützenvereins doch noch eine Feier, wenn auch ohne Rede. In Oberengstringen ist mit Yvonne Apiyo Brändle-Amolo eine dunkelhäutige Rednerin zur 1.-August-Feier geladen. Auch das passt nicht allen.

Es ist nicht das erste Mal, dass es in einer Limmattaler Gemeinde im Vorfeld der Bundesfeier zu Kontroversen um die Wahl des Festredners kommt. Man wird den Eindruck nicht los, dass das, was noch nicht geschehen ist, wesentlich mehr interessiert, als das, was an der 1.-August-Feier dann effektiv passiert. Selten bleibt eine Rede noch längere Zeit im Gedächtnis haften. Das mag daran liegen, dass in der heutigen Zeit nicht nur am 1. August landauf, landab der Finger auf wunde Punkte gelegt wird, sondern das ganze Jahr hindurch.

Früher, als noch nicht täglich über unzählige Kanäle Meinungen verbreitet werden konnten, bot die Bundesfeier eine von wenigen Gelegenheiten, sich in der Öffentlichkeit zu äussern. Liest man alte Aufzeichnungen über die Bundesfeiern im Limmattal, fällt jedoch auf, dass schon damals das Drumherum des Festes bei vielen Erzählern einen bleibenderen Eindruck hinterliess als die Festrede.

Daran kann man sich auch heute orientieren. Schön ist es doch in erster Linie, dass überhaupt Leute zusammenfinden, um gemeinsam zu feiern. Ob dies an einer offiziellen Feier oder im privaten Rahmen stattfindet, ob mit oder ohne Rede, und wenn mit, von wem, das ist letztlich doch egal.