Kommentar

Viele Vorwürfe, keine Klarheit

Statthalter Adrian Leimgrübler. Chris Iseli

Statthalter Adrian Leimgrübler. Chris Iseli

Die Zürcher Direktion der Justiz und des Innern wirft dem Dietiker Bezirksstatthalter Adrian Leimgrübler (FDP) Pflichtverletzungen vor und entlässt ihn fristlos.

Der Beschuldigte selbst nimmt eine kurze Bedenkzeit, gibt Fehler («Bagatellen») zu und deckt nun im Interview mit der Limmattaler Zeitung seinerseits die Direktion von Regierungsrätin Jacqueline Fehr (SP) mit Vorwürfen ein, er weiss seine Partei und Weggefährten im Bezirksrat an seiner Seite.

Damit hat der erste Akt eines längeren Theaters begonnen.

Die Öffentlichkeit reibt sich erstmals die Augen. Es kommt nicht gerade häufig vor, dass ein Statthalter entlassen wird.

Wer gehofft hat, dass der Entlassungs-Entscheid vom Mittwoch gleichzeitig Klarheit in die seit September im Raum stehenden Vorwürfe bringt, sieht sich getäuscht.

Die Direktion für Justiz und Inneres gibt – wie in solchen Fällen üblich – keine Details bekannt, verweist auf das Persönlichkeitsrecht Leimgrüblers.

Dieser wiederum tut, was in solchen Fällen hilfreich ist, er nutzt die Informationslücke, um sie mit seiner Sicht der Dinge zu füllen.

Seine Geschichte geht so: Er ist Opfer von Lügenmärchen ehemaliger Angestellter, auf die Fehrs Direktion hereingefallen ist.

Aus Sicht des Bezirks Dietikon, der Leimgrübler gewählt hat, drängt sich die Frage auf: Hat sich die Direktion für Justiz und Inneres geirrt? Nein, sagt ihr Sprecher, der Personalentscheid sei «korrekt und rechtmässig».

Ja, sagt Leimgrübler, er wird die Entlassung juristisch anfechten. Es sind erwartbare Haltungen in einem Streitfall. Antwort auf die Frage wird also letztlich ein Gericht geben, zu hoffen ist, dass es auch Klarheit bringt.

Lesen Sie hier das Interview mit Statthalter Adrian Leimgrübler. 

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