Als hätte es nie Meinungsverschiedenheiten gegeben, präsentierten Weiningens Gemeindepräsident Hanspeter Haug (SVP) und sein Geroldswiler Amtskollege Michael Deplazes (parteilos) das neue Verkehrsregime für das Fahrweid-Quartier. Keine Spur von Ressentiments, weil man sich davor 30 Jahre lang nicht auf eine Lösung hatte einigen können. Die strittige Frage war stets, ob das Quartier ab dem heutigen Kreisel Limmatbrücke nur noch für den Busverkehr befahrbar bleiben soll, oder auch für den Durchgangsverkehr von Dietikon nach Geroldswil und zurück.

Die nun präsentierte Lösung sieht vor, den Limmatbrücke-Kreisel aufzuheben und das Linksabbiegen von der Fahrweid in Richtung Schlieren zu verbieten. Das Einfahren in die Fahrweid soll hingegen weiterhin möglich bleiben. Die Weininger Fahrweid und die «alte» Niederholzstrasse werden zu Tempo-30-Zonen und die Bushaltestellen auf die Strasse versetzt. Überholen wird somit beschwerlich. Kurzum: Für den Durchgangsverkehr verliert das Quartier an Attraktivität.

Beide Gemeinden wichen bei den «harten Verhandlungen», wie sie Michael Deplazes an der Orientierungsveranstaltung nannte, von ihren Standpunkten ab und machten sich auf Lösungssuche zum Wohl der Quartierbevölkerung. Wie die erste Reaktion des Quartiervereins zeigt, steht dieser hinter dem neuen Regime und attestiert den beiden Exekutiven gute Arbeit. Damit belohnt er, dass Geroldswil und Weiningen über ihren eigenen Schatten sprangen und nicht noch weitere 30 Jahre auf ihren Standpunkten beharrten.