Dietikon

Velohaus weg: Ist Vorschlag wirklich so abwegig?

Eine «Fehlinvestition» und «Fehlkonstruktion» sei das Veloparkhaus am Dietiker Bahnhof, findet SVP-Gemeinderat Stephan Wittwer.

Eine «Fehlinvestition» und «Fehlkonstruktion» sei das Veloparkhaus am Dietiker Bahnhof, findet SVP-Gemeinderat Stephan Wittwer.

Wenn man den Vorschlag hört, zuckt man unweigerlich erst einmal zusammen: Die Dietiker SVP will das Velohaus beim Bahnhof abreissen lassen. Oder zumindest umnutzen. Ist der Vorschlag so abwegig?

Ausgerechnet das Velohaus, das von Architekturzeitschriften gelobt wurde und das mit seinem frischen Design Anfang der 1990er-Jahre als ein Symbol für das neue Zentrum Dietikons galt. Eine Stadt, die sich gerade als Hauptstadt eines kürzlich gegründeten Bezirks neu definierte. Dazu passte das urbane Gefühl, welches das moderne und luftige Velohaus dem Bahnhofplatz gab.

Doch beim genaueren Betrachten der Situation zeigt sich: Es lohnt sich, die Idee zumindest zu prüfen. Tatsache ist: Das tolle Velohaus wird schlecht genutzt. Offensichtlich sind schon die 20 Meter Distanz zum Bahnhof den meisten Dietiker Velofahrern zu viel. Denn die näher gelegenen Veloständer vor der Post, bei der BD-Station und hinter dem Bahnhof sind beliebt und oft sogar übervoll. Die Frage, ob das Velohaus am richtigen Ort ist und ob der Platz im Stadtzentrum nicht mindestens teilweise anders genutzt werden könnte, ist daher berechtigt. Dass sie diskutiert werden soll, zeigt sich auch daran, dass selbst die Linken im Parlament offen dafür sind.

Wichtig ist: Die Veloabstellplätze dürfen nicht ersatzlos gestrichen werden. Denn die Zahl der Velofahrer, die am Bahnhof umsteigen, dürfte sich noch erhöhen, wenn die Limmattalbahn dort hält. Ansonsten sollen Alternativen ruhig furchtlos diskutiert werden. Wie schon Theodor Fontane sagte: Am Mute hängt der Erfolg.

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