Urdorf braucht einen neuen Kindergarten und wird ihn nach dem Entscheid der Gemeindeversammlung vom Mittwoch auch endlich erhalten. Leider wurde an diesem Abend auch klar, dass mit der Ablehnung der Festbau-Variante an der Urne im vergangenen März die Chance verpasst wurde, das optimale Projekt für die Gemeinde zu bauen.

Die beiden neuen Vorschläge der Schulpflege (ein Modulbau für 1,8 Millionen Franken und ein Containerbau für 1,6 Millionen) sind zwar solide Projekte, doch hatte die Rechnungsprüfungskommission (RPK) im Vorfeld der Versammlung richtig konstatiert, dass die Festbau-Variante vom März nur 40 000 Franken teurer wäre als der Modulbau. Das Preis-Leistungs-Verhältnis wäre demnach beim Festbau besser, da dieser die Lebensdauer eines Modulbaus von rund 40 bis 50 Jahren übertrifft. Damals im März, als der Festbau an der Urne scheiterte, war noch nicht bekannt, dass es keine massgeblich günstigeren Alternativen gibt. Der Antrag der Rechnungsprüfer, die Versammlung erneut über die Festbau-Variante befinden zu lassen, scheiterte am Mittwochabend jedoch eindeutig.

Das ist kein Wunder. Mit der Nacht-und-Nebel-Aktion der RPK fehlte den Stimmberechtigten nämlich die Zeit für die Meinungsbildung. Hätten sie diese Zeit gehabt, wären sie womöglich zum selben Schluss gekommen wie die RPK – Volksentscheid hin oder her. Für 40 000 Franken mehr hätte die Gemeinde Urdorf so ein richtiges Kindergarten-Haus statt eines Modulbaus erhalten.