Kommentar

Projekte mit dem Volk entwickeln

Damals war die Welt auch informationstechnisch noch in Ordnung: Im Mai 2012 orientieren die Gemeinderäte Killwangen und Spreitenbach gemeinsam über das Fusionsprojekt. Annika Bütschi

Damals war die Welt auch informationstechnisch noch in Ordnung: Im Mai 2012 orientieren die Gemeinderäte Killwangen und Spreitenbach gemeinsam über das Fusionsprojekt. Annika Bütschi

Nur nichts Neues, so lassen sich die strategischen Entscheide der Gemeindeversammlungen in Killwangen und Spreitenbach zusammenfassen.

Nach sehr emotionalen eineinhalb Stunden wurde das Zusammenschlussprojekt an der Gemeindeversammlung Killwangen versenkt.

Falls dieser Entscheid nicht noch durch ein Referendum umgeworfen wird, nützt auch das Ja der Spreitenbacher nichts. Mit der kurz darauf erfolgten Ablehnung einer gemeinsamen Spitex wurde auch dieses grenzüberschreitende Kooperationsprojekt beerdigt.

Die zwei Geschäfte Gemeinde- und Spitex-Fusion wurden von zahlreichen
Menschen in Kommissionen und Arbeitsgruppen vorbereitet. Sie wurden aber weitgehend an der Bevölkerung vorbei entwickelt. Die daraus entstandene Unsicherheit zeigte sich in den Gemeindeversammlungsdebatten. Und genau das ist tödlich für Geschäfte, die vor allem gefühlsbetont entschieden werden.

Von den negativen Beschlüssen müssen vor allem die Politiker lernen. Sie müssen die Bevölkerung frühzeitig und umfassend in die Entscheidfindung integrieren und regelmässig informieren. Wenn weiterhin einschneidende Vertragswerke mehr oder weniger an der Bevölkerung vorbei entwickelt werden, wird die Politverdrossenheit zunehmen. Die Konsequenz: Noch mehr Menschen wenden sich ab. Das wäre eine fatale Entwicklung für die Gemeinden.

Den Artikel zum Kommentar finden Sie hier.

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