Die vielen leeren Gewerbeflächen im Quartier, die zahlreichen Läden, die geöffnet und wieder geschlossen wurde, die Klagen jener, die seit Jahren ausharren und auf eine Belebung – sprich Kunden – warten, sie alle zeigen: Das Quartier ist noch lange nicht jene «kleine Stadt», die der Gebietsentwicklerin Halter vorschwebt. Vielmehr macht das Limmatfeld allzu oft den Eindruck eines Schlafquartiers.

Eigentlich wäre ja bereits vieles vorhanden, was es in einer kleinen Stadt so braucht: Es gibt eine Bäckerei, einen Schuhmacher, Coiffeurläden, ein Ärztezentrum, eine Migros und eine Pizzeria. Nur etwas scheint nach wie vor zu fehlen: die Kundschaft. Man kann darüber streiten, woran das liegen mag: Sind es die Bewohner, die hier zwar schlafen, ihre Einkäufe aber in Zürich tätigen, wo sie studieren oder arbeiten? Ist es die Konkurrenz im Dietiker Zentrum, im Spreitenbacher Tivoli und im Internet?

Oder liegt es an der Gestaltung des Rapidplatzes, der mit seiner Kiesfläche und den spärlichen Sitzgelegenheiten nicht zum Flanieren und Verweilen einlädt? Vermutlich tragen all diese Faktoren dazu bei. Klar ist: Soll das Quartier belebt werden, müssen sich alle dafür engagieren. Die Stadt, die Halter AG, die es vermarktet, und nicht zuletzt auch die Ladenbetreiber selbst. Der Wunsch nach einem belebteren Limmatfeld besteht wohl bei allen. Jetzt braucht es nur noch den Willen, gemeinsam dafür zu sorgen. Sonst droht die «kleine Stadt» noch vor ihrer Fertigstellung zur Geisterstadt zu werden.