Landesweit sind gerade einmal 5 Prozent der Angestellten in Kinderkrippen männlich. Die Gründe dafür sind vielfältig. Einerseits schlagen junge Männer diesen Weg nicht ein, weil es ein «typischer» Frauenberuf ist, der wenig Renommee und Aufstiegsmöglichkeiten bietet. Andererseits stehen sie schnell unter einem Pädophilie-Generalverdacht. Schreckensmeldungen vom Volketswiler Kleinkindererzieher, der sich über Jahre an Mädchen vergriffen hat, sind noch nicht vergessen.

Alle Männer, die gerne mit Kindern arbeiten, diesen Verdacht — wenn auch vornehmlich subtil — spüren zu lassen, ist schlichtweg respektlos und gründet auf einer diffusen Angst. Wer, basierend auf Einzelfällen, ein ganzes Geschlecht verurteilt, tut damit niemandem einen Gefallen. Einzig der Dialog — in diesem Fall zwischen Eltern und Kleinkindererzieher — kann Hemmschwellen abbauen und das Tor zu einem Vertrauensverhältnis öffnen.

Das kommt auch dem Kind zugut, für das es einen Mehrwert darstellt, wenn es von beiden Geschlechtern lernen kann. Feststeht: Erziehung soll nicht ausschliesslich in Frauenhand liegen — auch Männer stehen in der Verantwortung, das Weltbild der Kleinen zu formen. Damit sich junge Männer aber vermehrt für erzieherische Berufe entscheiden, braucht es ein gesellschaftliches Umdenken. Es ist wichtig der Kinderbetreuung den Stellenwert zu geben, den sie verdient. Die aktuell 95 Prozent Frauen und 5 Prozent Männer kümmern sich schliesslich um unseren Nachwuchs, unsere Zukunft.