So schlimm habe es in den Dietiker Wohnungen, welche die Stadt schon vor einem Jahr zu einer Anzeige wegen gewerbsmässigen Wuchers bewogen hatten, nicht ausgesehen, versichert der städtische Sozialvorsteher Roger Bachmann.

Doch auch in Dietikon wird Sozialhilfebezügern zugemutet, unter unwürdigen Bedingungen zu hausen.

Dass Vermieter die missliche Lage von Sozialhilfebezügern ausnützen, ist schon an sich ein Skandal. Es ist aber auch ein Affront für die restliche Bevölkerung, die dadurch wirklich unnötige Sozialkosten mitfinanzieren muss.

Das ist nichts anderes als Sozialhilfemissbrauch – aber für einmal nicht durch die üblicherweise unter Generalverdacht stehenden Bezüger, sondern durch jene Hauseigentümer, die maximalen Profit aus einer minimalen Dienstleistung schlagen wollen. Und können, denn die systematische Abzocke nachzuweisen, ist alles andere als einfach.

Dass die Stadt Dietikon vor einem Jahr mit der Verzeigung eines solchen Vermieters eine härtere Gangart einlegte, war deshalb richtig. Auch wenn der konkrete Fall soeben in einem aussergerichtlichen Vergleich endete, hatte das harte Anpacken beim Verdacht Mietwucher offenbar Signalwirkung.

Laut Sozialvorstand Bachmann hätten die Vorfälle in Zürich und Dietikon nämlich auch unter den Vermietern einige Augen geöffnet. Wenn das Problem dadurch auch nicht ganz vom Tisch ist: Will man es im Griff behalten, ist eine Null-Toleranz-Politik das einzig Wirksame.

Den Artikel zum Kommentar lesen Sie hier.