Der Steuerfuss in Oberengstringen soll um 7 Prozent von 105 auf 112 steigen. So will es die Exekutive. Dennoch kann die Gemeinde der Gemeindeversammlung kein ausgeglichenes Budget vorlegen. Noch immer bleibt ein Minus in der Höhe von 1,8 Millionen Franken. Im Jahr 2008 bescherte eine ähnliche Ausgangslage – vorgeschlagene Steuererhöhung von 112 auf 117 Prozent mit einem Defizit von 700 000 Franken – der Exekutive ein Debakel. Die Budgetversammlung sagte Nein, das Defizit wurde dem Eigenkapital entnommen.

Steuererhöhungen stossen kaum auf Gegenliebe. Damit Verständnis und Bereitschaft für solche Erhöhungen geschaffen werden, ist es zentral, dass den Bürgern deren Notwendigkeit deutlich gemacht wird. Der Gemeinderat könnte schliesslich auch Leistungskürzungen in Erwägung ziehen. Anstatt die steigenden Ausgaben bei der Sozialen Wohlfahrt und der Bildung mit einer Steuererhöhung zu bekämpfen, könnte er anderswo Einsparungen machen. Das Problem: Solvente Steuerzahler, die Oberengstringen so dringend benötigt, legen Wert auf eine funktionierende Infrastruktur. So oder so ist die angestrebte Erhöhung nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Um das Defizit von 1,8 Millionen Franken zu tilgen, müssten die Steuern dereinst weiter erhöht werden.

Im Jahr 2008 bestand die Lösung darin, dem Eigenkapital Geld zu entnehmen. Das Anzapfen dieser Reserve ist aber nicht nachhaltig. Den Oberengstringern bleibt wohl nichts anderes übrig, als die bittere Pille zu schlucken und auf die nächste Erhöhung zu warten.