Braendle-Amolo ist eine Erscheinung, die unweigerlich auffällt. Sie kann als Power-Frau gesehen werden, die plötzlich im öffentlichen Leben des Limmattals aufgetaucht ist. Seit ein, zwei Jahren scheint sie jedenfalls allgegenwärtig in der Region. Die Limmattaler Zeitung schrieb im Mai über Braendle-Amolos Kunst, die an der Biennale in Venedig ausstellt ist. Die Limmattaler Zeitung hat schon über andere Themen aus dem Leben der kenianisch-schweizerischen Doppelbürgerin geschrieben. Braendle-Amolo ist eine Frau, die gut ist für tausend Geschichten. Vieles erscheint unglaublich.

Unglaublich ist auch, was sie derzeit erlebt. In Oberengstringen soll sie die 1.-August-Ansprache halten – und wird dafür angefeindet. Nicht, weil diese Leute mit ihrer Haltung nicht einverstanden wären, sofern sie diese überhaupt kennen, sondern weil die gebürtige Kenianerin herkunftsbedingt schwarzer Hautfarbe ist. Die Frage steht im Raum: Eine Schwarze als Rednerin am Nationalfeiertag – geht das? Das geht. Das geht sogar sehr gut. Gerade, wenn es sich um Braendle-Amolo handelt. Sie überwindet nicht nur nationale Grenzen, sondern auch kulturelle scheinbar mühelos; hat mit den Dietiker Stadtjodlern gesungen. Sie ist engagiert; präsidiert aktuell die SP-Kreisgemeinde Weiningen. Und sie ist furchtlos, weil sie beides aus Überzeugung macht, egal, was andere darüber denken. Deshalb darf man gespannt auf ihren Auftritt in Oberengstringen sein. Diese Frau hat etwas zu sagen. Das ist ein Segen für jede 1.-August-Ansprache.