Mit der deutlichen Ablehnung haben wohl auch die Gegner der Vorlage nicht gerechnet. Und dies, obwohl sie mit dem wohl stärksten Verbündeten in den Abstimmungskampf gezogen sind: mit der Angst. Und diese haben die Gegner bei den Bergdietikern geschickt geschürt: Eindringlich haben sie die vergangenen Wochen vor einem «explosiven Bevölkerungswachstum», «unabsehbaren Folgen für das Sozialgefüge» und «überdimensionierten Renditebunkern» gewarnt – und konnten damit Skeptiker und Unentschlossene von einem Nein überzeugen.

 Ungeachtet dessen, ob die Befürchtungen begründet waren oder nicht – dagegen anzutreten, war für die Befürworter extrem schwierig. Vor allem, weil es im Abstimmungskampf um komplexe Fragen zu Gebäudehöhen und -längen gegangen ist: Für die Gegner war es einfacher, anhand der mit der Vorlage geplanten, zulässigen Maximalwerte das Schreckensszenario einer «masslosen Überbauung» zu zeichnen – und dieses mit einer bedrohlich hohen Profilstange am Hanggebiet zu veranschaulichen. Da konnte der Gemeinderat noch so oft auf das bestehende Richtprojekt der Implenia AG hinweisen, das die Maximalwerte seiner Ansicht nach nicht ausgenutzt hätte – die Angst und das Misstrauen in die Absichten des Bauunternehmens vermochte er bei einer Mehrheit der Stimmberechtigten nicht zu beseitigen.

 Sollen das Land Rai und mehrere Millionen an Investitions- und Planungskosten nicht vollends abgeschrieben werden, muss die Gemeinde eine neue Umzonungsvorlage ausarbeiten. Eine, die den Ängsten im Volk die Grundlage entzieht. Das wird sie nur schaffen, wenn sie Maximalwerte für eine Überbauung definiert, die keinen Raum für Schreckensszenarien lassen. Sonst droht die ohnehin schon lange Geschichte um eine Bebauung des Lands Rai zur unendlichen zu werden.