Die jetzt bevorstehende Stipendienreform des Kantons Zürich setzt den Trend zum schnellen Studium fort. Doch diesmal werden Studierende nicht mit Punkten, sondern mit finanziellen Anreizen respektive Druckmitteln auf Effizienz getrimmt: Wer mit 25 Jahren seine Ausbildung noch nicht abgeschlossen hat, muss fortan ohne existenzsichernde Stipendien auskommen, Härtefälle ausgenommen. Die Bildungspolitiker verwenden dafür ein schönes Wort: vom «normbiographischen Modell» ist die Rede.

Die Frage ist: Taugt die Normvorstellung, dass man ein Studium mit 25 zu beenden hat? Die Realität sieht, zumindest auf Masterstufe an der Universität, ganz klar anders aus. In Fachhochschulen hingegen kommen rund die Hälfte der Studierenden dieser Norm nahe und an der pädagogischen Hochschule erfüllen sie gar drei Viertel der Studierenden, von den Lehrlingen ganz zu Schweigen.

Was für den Grossteil der Stipendienbezüger, die nicht an der Uni sind, praktikabel scheint, wird dort für viele zum Problem. Je mehr das Studium zur Schnellbleiche wird, umso weniger bleibt vom Grundgedanken der Universitas, der breiten Allgemeinbildung übrig. Dass dieser Trend nun auch über den Geldhahn verschärft wird, ist ungerecht. Denn wer ein reiches Elternhaus hat, den oder die trifft der via Stipendienreform verschärfte Zeitdruck beim Studium nicht.