Es ist eine Geschichte, bei der man sich fragen muss, woran es denn eigentlich wirklich harzt: Ein Initiativkomitee schaffte es, eine beachtliche Anzahl Unterschriften für einen Ortsbus zu sammeln. Der Stadtrat zeigt sich der Idee gegenüber eigentlich offen, räumt sich aber für die Umsetzung – zu Recht – noch gewisse Änderungen gegenüber dem detaillierten Initiativtext ein. Doch diesen Gegenvorschlag verwehrt ihm das Parlament. Und von da an scheint der Ortsbus todgeweiht.

Denn die völlig überteuerte, weil kompromisslos an den Initiativtext angelehnte Umsetzungsvorlage, über die eigentlich hätte abgestimmt werden sollen, vermag nicht einmal die Initianten zu überzeugen. Unter diesem Stern Abstimmungskampf zu betreiben: schier unmöglich.Nun scheint es, als bekäme der Ortsbus doch noch eine Chance: Auf Anraten des Gemeindeamts lässt Schlieren das Volk über die Initiative und nicht die teure Umsetzungsvorlage befinden. Doch ob es den Initianten noch gelingen kann, das Volk von einem Ortsbus zu überzeugen, der das Attribut «vergoldet» längst wie einen zweiten Vornamen mit sich trägt, ist fraglich.

Der Stadtrat schreibt nun, dass er mit einer Abstimmung über die Umsetzungsvorlage eine Wiederholung von Verfahrensschritten verhindern wollte. In Tat und Wahrheit war die vom Parlament verlangte Umsetzungsvorlage aber selbst schon ein Verfahrens-Leerlauf, den man sich gut hätte sparen können. Profitiert hat davon nämlich niemand: Weder das Parlament, das nun trotzdem noch einmal den Ortsbus behandeln muss, noch der Stadtrat, dem das Erarbeiten einer echten Lösung ohnehin schon untersagt wurde. Am allerwenigsten profitieren aber die 617 Schlieremerinnen und Schlieremer, die sich einen Bus ins Zentrum wünschten.