Stellwerkstörung. Pendler zucken auf, wenn dieses Wort aus dem Lautsprecher hallt. 2013 wurde es zum Wort des Jahres gewählt. «Stellwerkstörung» vermittle ein Gemeinschaftsgefühl unter Zugreisenden, teilte die Jury damals mit. Gewiss, die Wahl fiel wohl nicht ohne Süffisanz und Ironie.

Nur: Wer auf den Zug wartet oder darin festsitzt, dem friert das Lachen schnell einmal ein. Da steht man dann auf dem Bahnsteig in Dietikon, und während einen der steife Wind von vorbeifahrenden Zügen um die Ohren schlägt, blickt man erst noch voller Hoffnung hoch zur Anzeige: fünf Minuten Verspätung, dann sechs, sieben, zwölf Minuten. Irgendwann kommt der Zug. Erlösung.

Weit gefehlt. Denn so schnell lässt eine ordentliche «Stellwerkstörung» nicht locker. Der Zug bleibt irgendwo zwischen Spreitenbach und Heitersberg stehen. In Lenzburg ist dann endgültig Schluss. Aus, vorbei – die S 12 geht zurück nach Zürich. «Reisende nach Aarau steigen bitte um auf...» Ein solches Problem ist freilich kein Einzelfall. Es geschieht wöchentlich, morgens und abends. Der Pendler weiss daher: keine Termine am Morgen vereinbaren!

Doch eigentlich könnte sich unsere Zeitung die Rhetorik der SBB zunutze machen. Sollte die Zeitung verspätet im Briefkasten liegen, wäre die Druckmaschine schuld. In der Begründung stände dann schlicht: «Stellwerkstörung».