Kommentar

Total digital? Mitnichten!

Das digitale Zeitalter. (Symbolbild)

Das digitale Zeitalter. (Symbolbild)

Kürzlich bekam ich auf einem Bildungskonvent, bei dem es um die Frage ging, wie die Schule im digitalen Zeitalter aussieht, eine Studie der International Computer and Information Literacy Study (ICILS) in die Hand.

Darin ging es darum, wie Jugendliche digitale Kompetenzen erwerben.

Befragt wurden Achtklässler, also Sek- und Gymi-Schüler. In der internationalen Untersuchung war auch die Schweiz aufgeführt. Das Abschneiden der Schweizer Schüler war ernüchternd. Nur 15 Prozent bejahten die Frage, ob sie den Computer mindestens einmal pro Woche nutzten, um Dokumente für die Schule zu erstellen und zu bearbeiten.

Das ist der viertletzte Platz. Bei der Frage, wer ihnen das Bearbeiten von Dokumenten für Hausaufgaben beigebracht habe, antworteten immerhin 40 Prozent: «der Lehrer». Das ist trotzdem nur der sechstletzte Platz.

Und der Aussage «Ich benutzte den Computer mindestens einmal pro Woche, um eine einfache Präsentation zu erstellen» stimmten in der Schweiz nur 10 Prozent zu – das entspricht dem letzten Platz. Top waren Länder wie Dänemark, die Niederlande, Australien, Polen, Norwegen oder Kanada.

Zweifellos ist die PC- und Mac-Dichte in unseren Kinderzimmern hoch und die ewige Diskussion über die stundenlange Gamerei und Social-Media-Konversationen zermürbend. Es zeigt sich aber auch, dass häufige Nutzung nicht kompetente Nutzung bedeutet.

Angesichtes der Digitalisierung aller Lebens- und Arbeitsbereiche ist eines klar: Digitale Kompetenzen gehören zum Schulstoff wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Hier hat die Schweiz einen massiven Nachholbedarf. Sparen bei der Bildung geht darum gar nicht. Im Gegenteil: Es muss noch viel mehr investiert werden, damit wir international nicht den Anschluss verlieren.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1