Bildung

Akademiker: ja, bitte!

Universitätsabgänger haben laut Riccarda Mecklenburg im Arbeitsmarkt noch immer die Nase vorn. (Archivbild)

Universitätsabgänger haben laut Riccarda Mecklenburg im Arbeitsmarkt noch immer die Nase vorn. (Archivbild)

Riccarda Mecklenburg über die Schwierigkeit, mit einem Damenvelo die Leader-Position einzunehmen.

An der Spitze der CS steht künftig ein Mann, der seine Ausbildung an einer renommierten Eliteuniversität gemacht hat. Er ist mit diesem Leistungsausweis keine Ausnahme. Im internationalen Business ist das die Regel. Da können noch so viele Politiker das Schweizer Bildungssystem mit seiner dualen Berufsbildung loben.

Aber mit Sek-Abschluss, Lehre und Fachhochschule reicht es nicht für die Spitzenjobs dieser Welt. Die internationale Konkurrenz tritt mit einem anderen Rüstzeug in den Wettbewerb, als dem hiesigen Nachwuchs weisgemacht wird. Keinem käme es in den Sinn, bei der Tour de France mit einem Damenvelo anzutreten. Das predigt man aber im Schweizer Bildungssystem.

Man registriert entsetzt, dass 4000 Jugendliche zur Gymiprüfung antreten, Politiker fordern einen Numerus clausus für Geisteswissenschaften oder äussern, Zürich zu einer Gamer-Ausbildungshochburg machen zu wollen. Es wirkt alles hilflos. Es kann nicht sein, dass der Kanton bevölkerungsmässig seit Jahren wächst, er aber die Zahl der Gymnasien auf dem gleichen tiefen Niveau hält und somit zu wenig ausbildet.

Da folglich Akademiker fehlen, werden diese im Ausland angeworben. Dann heisst es wieder, gibt es keinen Schweizer für diesen Job? Weil sich Mädchen dem Leistungsdruck des Gymnasiums eher beugen, gibt es ergo mehr Akademikerinnen, die sich anschliessend in den Geisteswissenschaften beruflich wohler fühlen.

Wäre es nicht cleverer zu schauen, wo der naturwissenschaftlich interessierte Nachwuchs versandet? Und das mit der Game-Programmierer-Ausbildung ist eine tolle Idee, aber der Einstieg erfolgt auch über die Matura. Somit wären wir wieder bei der Frage: Damen- oder Rennvelo?

Die Autorin ist Publizistin, Kommunikationsberaterin und Mutter zweier Kinder. Sie wohnt in Weiningen.

Meistgesehen

Artboard 1