Glosse

Von Doppelbürgern und Rassenreinen

Die berüchtigte Szene: SVP-Nationalrat Andreas Glarner beleidigt seine Nationalratskollegin Sibel Arslan (Basta!/BS) vor laufender Kamera. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Die berüchtigte Szene: SVP-Nationalrat Andreas Glarner beleidigt seine Nationalratskollegin Sibel Arslan (Basta!/BS) vor laufender Kamera. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

SVP-Nationalrat Andreas Glarner will alle Doppelbürger aus dem Parlament verbannen. Das ist zwar ein alter Hut, aber auch eine moderate Lösung für das Problem. Eine Glosse.

Andreas Glarner, Nationalrat der Volkspartei, will das Übel bei der Wurzel packen. Er plant, wie er der «Sonntags-Zeitung» meldete, Doppelbürger aus National- und Ständerat zu verbannen. Ein entsprechender Vorstoss sei in Planung.

Ein alter Hut zwar, letztmals vor zwei Jahren im Bundesparlament hoch abgelehnt, nachdem ein Lega-Mann ihn deponiert hatte. Selbst Glarner, so die Zeitung, stimmte damals nein. Aber jetzt hat sich eine neue Situation ergeben. Glarner warf der Doppelbürgerin und Nationalrätin Sibel Arslan am Rand der Klimademonstration vor dem Bundeshaus ein unterbelichtetes «Frau Arschlan» an den Kopf.

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22. September 2020

Wenn ein rassenreiner Patriot wie Glarner sich zu derartigen Ausfällen hinreissen lässt, dann kann das nur an der Anwesenheit der Doppelbürgerin liegen, die den reinrassigen Aargauer SVP-Mann irritiert haben muss.

Das Problem wird jetzt durch den Vorstoss des lupenreinen Demokraten mittels Entfernung der Doppelbürger aus dem Bundesparlament der moderaten Lösung zugeführt.

Moderat deshalb, weil als Alternative die Wiedereinführung der Heiligen Inquisition samt Doppelbürger-Verbrennung im Raum stand, durchgeführt während der Session auf dem Bundesplatz. Zwei Fliegen auf einen Streich, würde doch dadurch auch künftigen Klimademos auf dem Bundesplatz der Riegel geschoben.

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