Die Luftfahrt ist im Fokus der Öffentlichkeit wie schon lange nicht mehr: Erstens lässt der Absturz einer «Boeing 787 Max 8» viele Kunden an der Sicherheit des Fliegens zweifeln. Zweitens rückt der Entscheid des Bundesamtes für Zivilluftfahrt, dass die «Tante Ju» keine kommerziellen Flüge mehr durchführen darf, den tragischen Unfall vom letzten Sommer wieder in den Fokus. Und drittens werden am Freitag Forderungen nach Flugverboten und Ticketsteuern laut, wenn erneut Tausende Schüler gegen die Klimaerwärmung protestieren.

Fast könnte der Eindruck entstehen, die Aviatik befände sich in einer Krise. Das Gegenteil ist der Fall: Über den Flughafen Zürich reisten 2018 erstmals mehr als 31 Millionen Passagiere, am Donnerstag wird die Swiss neue Rekord-Jahreszahlen präsentieren. Krise? Nein, Boom! Der Flughafen-Zürich-Chef glaubt denn auch weiterhin an ein jährliches Wachstum von 3 Prozent, 2040 würde Kloten 50 Millionen Passagiere zählen. Er glaube nicht daran, dass die zukünftige Generation weniger fliegen werde.

Und dennoch wächst der Zweifel am unbegrenzten Wachstum. Trotz ersten Versuchen mit Drohnentaxis und elektrisch angetriebenen Flugzeugen wird die Aviatik in absehbarer Zeit nicht ohne Kerosin auskommen. Gleichzeitig wächst das schlechte Gewissen der Kunden. Der Branche droht ein gesellschaftlicher Paradigmenwechsel; die Abkehr von Flugreisen. Ein solches Umdenken liesse die heutigen Prognosen zu Makulatur verkommen. Das Wachstum würde langfristig gestutzt – mehr als durch jede Flugkatastrophe.