«Ich bin nicht ganz sicher, ob Sie diesen Vorstoss wirklich ganz ernst meinen.» So kommentierte Ständerat Felix Gutzwiller (FDP) 2006 das Postulat von Anita Fetz (SP) und somit ihre Forderung, es leichter zu machen, ausländische Familiennamen zu vereinfachen oder zu «helvetisieren». Damals im Rat klar gescheitert und belächelt, ist ihr Anliegen dabei, sich durch ein Hintertürchen in die Praxis einzuschleichen. Seit nur noch «achtenswerte» Gründe für die Namensänderung nötig sind, haben sich die Erfolgschancen für solche Gesuche erhöht, wie die Erfahrungen der kantonalen Behörden der letzten dreieinhalb Jahre zeigen.

Die Integration soweit zu treiben, dass man seinen Familiennamen seinem Wohnsitz anpasst, ist zuerst schwer verständlich. Ist doch der Name für viele ein wichtiger Teil der Identität; selbst wenn man es bei der Namensänderung darauf beschränkt, die Bedeutung zu übersetzen. So wird aus Herr Poljoprivrednik Herr Bauer und aus Frau Zidar Frau Maurer. Von der Bedeutung her gleich, dennoch ein ganz anderer Name.

Hingegen haben schon die meisten erlebt – selbst die Meiers und Müllers – wie es ist, wenn ihr Name falsch geschrieben wird. Auch bei mir wird schnell aus Vonarburg Von Aarburg. Und das Solothurner Steueramt nennt mich konsequent Herr Vonarb. Was vereinzelt ganz lustig ist, wird garantiert mühsam, wenn man den Namen wieder und wieder buchstabieren muss. Jeden Tag. Mehrmals. Immer und immer wieder.

Eine andere Motivation zur Namensänderung ist gravierender. Denn wenn Menschen ihren Namen abstreifen wollen, weil sie sich zum Beispiel bei der Job- und Wohnungssuche diskriminiert fühlen, ist ihr Gesuch zur Namensänderung vor allem eines: ein schlechtes Zeugnis für die Gesellschaft.