Leukämie-Behandlung

Teure Gentherapie: Novartis muss einlenken

Ein Novartis-Mitarbeiter im Aargauer Werk Stein. (Archiv)

Eines ist jetzt schon klar: Die neue Novartis-Gentherapie zur Krebsbehandlung wird noch zu hitzigen Diskussionen führen. Dafür sorgt allein der Preis von vermutlich rund 350'000 Franken pro Patient und Zusatzkosten für das Gesundheitssystem von bis zu 35 Millionen Franken.

Novartis versucht, den Aufschrei einzudämmen, den dieser Preis verursacht. Schon länger preist der Pharmakonzern ein Modell an, bei dem die Kosten einer Therapie von deren Erfolg abhängig sein sollen. Doch bislang ist Novartis damit nur sehr bedingt auf Gegenliebe gestossen. Es ist alles andere als trivial, sich darauf zu einigen, was Therapieerfolg im konkreten Fall bedeutet und wie dieser gemessen wird. Hinzu kommt, dass der Aufwand für diesen Ansatz bei grossen Patientenzahlen enorm ist.

Auch in der Schweiz ist dieses Modell bislang noch nie in der Praxis angewendet worden. Im Fall von Novartis haben sich die Krankenkassen und der Pharmakonzern aufgrund der hohen Kosten der neuen Therapie an einen Tisch gesetzt. Nun wird hinter den Kulissen über die genaue Ausgestaltung gefeilscht. Logischerweise wollen beide Seiten das Maximum für sich herausholen. Doch vor allem Novartis steht in der Pflicht sich zu bewegen. Wie andere Pharmafirmen betonen auch die Basler stets, wie wichtig der bezahlbare Zugang zu den eigenen Therapien ist. Nun muss Novartis den Worten Taten folgen lassen, ansonsten macht sich das Unternehmen unglaubwürdig. Bleiben Zugeständnisse des Pharmakonzerns aus, wird die Öffentlichkeit in Sachen Medikamentenpreise mit dem Finger auf Novartis zeigen. Und dies völlig zu Recht.

andreas.moeckli@chmedia.ch

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