Kommentar

Rücktritt Patrick Stach: Die HSG ist eine Hypothek los

Patrick Stach gab am Montag vor den Medien seinen Rücktritt aus dem HSG-Rat bekannt.

Patrick Stach gab am Montag vor den Medien seinen Rücktritt aus dem HSG-Rat bekannt.

Der St.Galler Rechtsanwalt Patrick Stach tritt aus dem obersten Führungsgremium der Universität St.Gallen zurück. Eine Erleichterung für alle Beteiligten.

Endlich: Nach ein paar Tagen Bedenkzeit hat der vom Bundesgericht verurteilte St.Galler Rechtsanwalt Patrick Stach eingesehen, dass sein Verbleib im Universitätsrat der HSG keinen Sinn mehr macht. Weder für die Uni, die um ihr Image fürchtet, noch für den Anwalt selber, der sich mit diesem Schritt aus der Schusslinie nehmen kann.

Der Rücktritt Stachs ist dem öffentlichen Druck geschuldet. Nachdem das «St.Galler Tagblatt» den Fall vor einer Woche publik gemacht hat, mehrten sich die Stimmen, die seinen sofortigen Abgang aus dem Unirat forderten. Immerhin handelt es sich bei diesem Gremium nicht um irgendein Beraterkabinett ohne Befugnisse, sondern um das oberste strategische Führungsorgan der HSG. Von den elf Mitgliedern des Rats verlangen Öffentlichkeit und Universität zu recht, dass sie nicht mit krummen Geschäften auffallen.

Patrick Stach entschuldigt sich zwar für sein Verhalten. Doch ob er wirklich einsichtig ist, scheint fraglich. Erste Verlautbarungen lassen Zweifel aufkommen. So teilte Stach vergangene Woche via seinen PR-Berater mit, dass er das Bundesgerichtsurteil akzeptiere. Nun denn, hat jemand etwas anderes erwartet? Das wären News, würde ein praktizierender Schweizer Anwalt öffentlich verkünden, er werde sich nicht an das Bundesgerichtsurteil halten!

Auch das ständige Wehklagen darüber, die Medien hätten ihm zu wenig Gehör verschafft, ist erstens sachlich falsch. Und zweitens zielt es primär darauf ab, von seinen Verfehlungen abzulenken. Via seinen Anwalt hatte Patrick Stach ausführlich Gelegenheit, Stellung zu nehmen.

Die gute Nachricht aber ist: Diese leidige Geschichte ist für die Ostschweizer Öffentlichkeit mit Stachs Rücktritt aus dem Unirat erledigt. Stach kann sich auf seine private Anwaltstätigkeit konzentrieren und die HSG ist eine Hypothek los, die sie massiv belastet hätte. Auf dem Rosenberg braucht es nach den Spesenskandalen vom letzten Jahr dringend einen Kulturwandel. Gefragt sind Demut, Seriosität und Verantwortungsgefühl. Dieser Wandel muss von den Führungskräften vorgelebt werden – auch und gerade im Unirat. Da ist es auf jeden Fall besser, dass Patrick Stach nicht mehr mittut.

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