Keine Frage: Rassismus ist etwa so unnötig wie Herpes, nur noch viel schlimmer. Deshalb ist jede Idee, jede Massnahme willkommen, die dem Fremdenhass jeden Nährboden entzieht. Und wenn Politiker sich darüber Gedanken machen, noch besser. Stadtrat Richard Wolff, Chef des Zürcher Sicherheitsdepartements, will künftig keine automatischen Angaben zur Nationalität von mutmasslichen Straftätern machen. Er sieht das als Zeichen gegen Diskriminierung. Man kann Wolffs Vorkehrung auch als gut gemeint, aber nicht zu Ende gedacht deklarieren.

Mann aus ... tötet wegen massiv überhöhter Geschwindigkeit eine Schülerin. Aber was, wenn Mann aus ... die Flucht aus dem Gefängnis gelingt, die Polizei dringend auf sachdienliche Hinweise angewiesen ist? In diesem Fall hat der Zürcher Polizeivorstand keine Skrupel, der Öffentlichkeit mitzuteilen, dass der Mann beispielsweise gebrochen Deutsch mit osteuropäischem Akzent spricht, slawische Gesichtszüge hat, Dragan heisst und es sich bei Dragan um jenen Mann handelt, der die Schülerin einst zu Tode gefahren hat. Wenn wir Wolffs Massnahme weiterdenken, muss man auch TV-Sportreporter Sascha Ruefer verbieten, Haris Seferovic als «Mann aus Sursee» zu bezeichnen. Die Menschen aus Sursee könnten die Pfiffe gegen Seferovic als diskriminierend empfinden.