Für alles gibt es eine App. Zum Glück. Als ich neulich eine Städtereise unternahm, hatte ich das Problem, dass ich die Wohnung, die ich per App gebucht hatte, verlassen musste, lange bevor der Zug zurück in die Schweiz fuhr. Und weil Apps keine Hotelrezeptionen haben, sah es ganz so aus, als müsste ich meinen Rucksack stundenlang durch die Stadt tragen.

Aber eben: zum Glück gibt es ein Progrämmlein auf dem Smartphone, mit dem man Läden finden kann, die einem gegen eine Gebühr von sagen wir einen Euro pro Stunde das Gepäck einstellen.

Schon fast hätte ich diese wunderbar einfache Lösung genutzt. Doch dann dachte ich darüber nach, wie die Leute vor dem Internet solche Probleme gelöst haben. Zum Beispiel wenn sie weder Hotel noch Wohnung per App gebucht hatten und nur für wenige Stunden die Stadt besuchen wollten. Gab es da nicht diese Schliessfächer? Also los zum Bahnhof. Und tatsächlich.

In einem Nebenraum standen sie einsam und etwas angestaubt. Für zwei Euro hätte mein Rucksack gleich zweimal in das Fach gepasst. Abschliessen konnte man die Dinger mit einem richtigen Schlüssel aus Metall. Auf Google Maps wird nur die App-Lösung, nicht aber die traditionelle Gepäckeinstellung angezeigt. Das Internet hat schon Lösungen für Probleme, die es ohne Internet gar nicht gab: Zum Beispiel dafür, dass wir zu oft zuerst das Smartphone statt unseren Kopf benutzen.