Jeden Monat verlieren 1000 Menschen ihren Job wegen des starken Frankens. Das sagt nicht ein Gewerkschafter, sondern der Chef des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco), Boris Zürcher.

Die Zahl ist sozusagen amtlich. Der Präsident des Arbeitgeberverbands, Valentin Vogt, pflichtet ihm bei: Er rechnet bis Mitte Jahr mit einem Abbau von insgesamt 20000 Stellen in der Schweiz, ausgelöst durch die Aufhebung des Mindestkurses der Nationalbank vor knapp über einem Jahr. Bis jetzt fielen 12000 Stellen weg.

Der Schock, den die Aufwertung des Schweizer Frankens ausgelöst hat, sitzt tief, ist nachhaltig. Auch das zeigen die neusten Zahlen.

Wenig Betriebe setzen auf Kurzarbeit. Sie schliessen lieber oder bauen im Ausland die Produktion auf. Diese Entwicklung ist für den Schweizer Industriestandort alles andere als rosig. Auch wenn wir weitaus besser dastehen als das europäische Ausland.

Nun hat uns die europäische Krise doch erreicht. Nicht so brutal, aber immerhin.

Die Schweizer Wirtschaft befindet sich in einem gewaltigen Umbau. Es wird ausgelagert, was nur möglich ist. Es werden Sparprogramme kreiert. Und es wird auf Effizienz getrimmt, was nur geht.

Auch wenn das alles noch keine Deindustrialisierung ist. Sicher ist: Die Stellen, die jetzt verloren gehen, kehren nicht mehr zurück.

Wie geht es weiter? Wir müssen die Erfolgsrezepte studieren. Wir müssen analysieren, wieso Staaten wie Singapur so gut dastehen. Wir müssen die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft optimal gestalten. Wir müssen die Weichen für die Zukunft möglichst rasch stellen: neue Technologien fördern, Unternehmertum, Erfindergeist. Nur so kehrt Optimismus zurück.

 andreas.schaffner@azmedien.ch