Donald Trump liegt für einmal richtig. Leider. Er hat die europäischen Staaten aufgefordert, 800 Kämpfer des «Islamischen Staats» (IS) aus Syrien und dem Irak zurückzuholen und ihnen den Prozess zu machen.

Die Schweiz hat der US-Präsident nicht ausdrücklich erwähnt, doch es ist eine traurige Tatsache: Auch aus unserem Land sind 78 Islamisten aktenkundig, die einem irren Auftrag gefolgt und in den «heiligen Krieg» gezogen sind. Rund die Hälfte davon sind entweder schon hierher zurückgekehrt, oder sie sind gefallen. 35 Extremisten aber halten sich noch immer im Kriegsgebiet auf.

Nachdem der IS aus seinen Stammlanden zurückgedrängt worden ist, wäre es am einfachsten, zu sagen: Überlassen wir die Krieger ihrem Schicksal, sie haben sich ja freiwillig ins Elend gestürzt.

Doch diese Haltung ist populistisch. Massgebend ist einzig und allein die Sicherheit der Bevölkerung in der Schweiz und Europas. Nach dem angekündigten Abzug der US-Truppen aus Syrien weiss niemand, was mit den dort inhaftierten IS-Kämpfern geschieht. Sind die Kurden ohne US-Unterstützung noch in der Lage, die Dschihadisten zu kontrollieren? Oder kommen sie auf freien Fuss? Bei den Insassen handelt es sich um tickende Zeitbomben. Sie sind frustriert, und die Anschläge in Frankreich zeigten, wozu sie bei einer Rückkehr fähig sind.

Die Schweiz muss alles tun, damit «ihre» IS-Kämpfer kein Unheil anrichten können. Die Gefängnis-Kosten für 35 Extremisten sind nichts im Vergleich zum Risiko, das diese Leute darstellen, wenn sie frei herumlaufen.

patrik.mueller@chmedia.ch