Kommentar

Limmattalbahn bis nach Baden: Die Ablehnung ist verständlich

Bis die Limmattalbahn – wenn überhaupt – von Killwangen weiter in Richtung Baden fährt, wird noch viel Wasser die Limmat hinunterfliessen. Umso wichtiger ist es, das Projekt bereits jetzt genau unter die Lupe zu nehmen. Eigentlich müsste man in Anbetracht schon heute verstopfter Strassen einen Ausbau des öffentlichen Verkehrs und somit auch eine Weiterführung der Limmattalbahn begrüssen. Und doch kann man die ablehnende Haltung vieler Neuenhofer, aber auch Wettinger gut nachvollziehen. Denn unter dem Strich scheinen die Nachteile die Vorteile bei weitem zu überwiegen – und das für rund eine halbe Milliarde Franken.

Weshalb? Der Gürtel zwischen Baden, Wettingen (Ausnahme östlicher Ortsteil), Neuenhof und Killwangen ist heute schon sehr gut mit Bussen und S-Bahn erschlossen. Es leuchtet nicht ein, weshalb es hier noch eine Strassenbahn braucht. Auch ist nicht erkennbar, weshalb die Bahn – so der Kanton – «zur Aufwertung des Strassenraums entlang des geplanten Trassees» führen soll. Zu befürchten ist eher das Gegenteil. Nicht zuletzt soll die Hochbrücke autofrei werden und die Schulhauskreuzung vom motorisierten Individualverkehr entlastet werde. Wie bitte?! Wurde der Schulhausplatz nicht erst gerade für stolze 100 Millionen Franken neu gebaut, damit der Verkehr besser über die Kreuzung rollt?

Hoffentlich nehmen die Planer in Aarau die Bedenken ernst. Alle Optionen müssen möglich sein – auch ein gänzlicher Verzicht auf das Projekt.

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