Digitalisierung

Kopf an statt Daumen hoch

Die Digitalisierung hält auch in der Schule Einzug. (Symbolbild)

Die Digitalisierung hält auch in der Schule Einzug. (Symbolbild)

Es gibt kaum ein anderes Thema, das in den Schulen zuletzt höhere Wellen geworfen hat, als die Digitalisierung. In der Grundschule sorgt der Lehrplan 21 dafür, dass Kinder lernen, mit neuen Medien umzugehen. Eine Stufe darüber sind Gymnasien dabei, das Fach Informatik obligatorisch einzuführen. Und im Hochschulbereich hat die ETH Zürich eine Weiterbildungs-Offensive lanciert, um Arbeitnehmer auf den digitalen Wandel vorzubereiten.

Also alles auf bestem Weg? Nein, denn im Alltag ist die Realität eine andere. Die Jungen hantieren zwar wie Profis mit Instagram und den neusten Apps, gemäss Berufschullehrern fehlt es allerdings an grundsätzlichen Fähigkeiten. Sie können Informationen nicht selbstständig finden – und wenn doch nicht auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen. So werden die Sorgen um Filterblasen und die Debatte um Fake News weiter angefeuert. Lehrerpräsident Beat Zemp warnte bereits vor einem Jahr: «Wenn die Fähigkeit, Informationen zu prüfen, nicht vorhanden ist, haben wir ein Problem.» 

Letztlich legen die Beschwerden der Berufsschullehrer einen Widerspruch offen: Die Jugend wird entweder über- oder unterschätzt. Überschätzt, wenn es darum geht, als «Digital Native» angeblich alle Aspekte der Digitalisierung zu beherrschen. Unterschätzt, wenn es darum geht, selbstständig Erfahrungen sammeln zu können. Seit neustem begleiten Helikoptereltern ihren Nachwuchs bis in die Hörsäle der Universitäten. Die Wahrheit liegt vermutlich dazwischen: Schulen sollten kritisches Denken fördern und die Jugendlichen müssen Informationen selbst hinterfragen. Oder um es in der Sprache der «Digital Natives» auszudrücken: weniger liken, mehr googeln.

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