Schneller, weiter, höher. Um Schritt zu halten, konsumieren viele Menschen Kokain. Nirgendwo in Europa wird mehr gekokst als in der Schweiz. Selbst in der Kleinstadt St. Gallen ist der Pro-Kopf-Konsum höher als in den Partymetropolen Berlin und Amsterdam.

Was sagt uns das? Kokain ist mehr als eine Partydroge. Das weisse Pulver ist für viele Menschen in unserem Land zu einem ständigen Begleiter im Arbeitsalltag geworden. Warum? Weil sie glauben, ihre Leistung dadurch steigern zu können.

Legal ist der Konsum trotzdem nicht. Aber das Verbot schreckt offenbar nicht ab. Was tun? Man könnte Konsumenten härter bestrafen oder den Konsum legalisieren. Riskant sind beide Strategien. Bei einem Verbot würden weiterhin Drogenkartelle profitieren, würde der Stoff weiterhin zwecks Gewinnoptimierung mit allerlei anderen Giften gestreckt.

Bei einer Legalisierung ist indes schwer abzuschätzen, ob noch ungezügelter konsumiert würde als bis anhin. Es braucht wohl einen Mittelweg, eine Kompromisslösung.

Diese könnte aus einer kontrollierten Abgabe bestehen. Beim Heroin hat das in den 80er-Jahren gut funktioniert, als Ruth Dreifuss gegen den Widerstand der USA, der Uno und der Weltgesundheitsorganisation die kontrollierte Abgabe durchsetzte.

Nur: Kokain wird im Unterschied zu Heroin quer durch alle Gesellschaftsschichten konsumiert. Darunter auch von Menschen des öffentlichen Lebens. Deshalb funktionierte – wenn überhaupt – eine kontrollierte Kokain-Abgabe nur, wenn absolute Diskretion garantiert wäre.