Die externen Experten von PricewaterhouseCoopers (PwC) kommen zum Schluss, dass der 600 Millionen Franken teure Neubau des Kantonsspitals Aarau (KSA) finanziell tragbar ist. Allerdings nur, wenn es dem Spital gelingt, den anspruchsvollen Businessplan einzuhalten. Das sollte für die Verantwortlichen die zentrale Erkenntnis sein.

Der Bericht sagt nicht nur, dass der Weg zum Neubau schwierig wird, er zeigt auch, warum das so ist, und hält den Finger auf bekannte Schwachstellen. Sowohl beim Kanton als auch beim KSA.

Erfreulich ist, dass beide Seiten bereits Konsequenzen gezogen haben. Der Regierungsrat wird die Eigentümer- gespräche mit dem KSA intensivieren und das Controlling verstärken. Der Verwaltungsrat weiss, dass es kein Sonntagsspaziergang wird, bis der Neubau steht, und hat bereits personelle Änderungen eingeleitet: Verwaltungsratspräsident Konrad Widmer trat per Ende 2018 zurück.

Bei einem Punkt aber rückt der Regierungsrat nicht von seinem Standpunkt ab: Obwohl empfohlen wird, den unternehmerischen Handlungsspielraum des KSA zu erhöhen, möchte der Kanton mindestens 70 Prozent des Aktienkapitals seiner Spitäler halten. So sieht es auch der Entwurf des totalrevidierten Spitalgesetzes vor, der noch bis Freitag in der Vernehmlassung ist. Vor diesem Hintergrund ist zumindest verständlich, dass einige Parteien erstaunt sind, dass die Ergebnisse erst jetzt veröffentlicht wurden. Immerhin spielen sie all jenen in die Hände, die seit Jahren eine Privatisierung der Spitäler fordern.