Es tut mir weh. Jedes Mal wenn ich in einem Artikel über die Ski-Alpin-WM lese. Und zwar nicht, wenn die Österreicher gewinnen. Sondern wenn ich das Wort Are lese. Manchmal prangt es sogar im Titel, mit grossem, fettem A und ganz ohne Kreis. Das ist falsch. Es heisst Åre, nicht Are. Die Redaktionen haben sicher Gründe und Regeln, wieso sie den Kringel weglassen. Aber mir tut das weh.

Å ist ein Buchstabe, A ein anderer. Liebevoll Kringel-A genannt, ist das å ein fester Teil vieler germanischer Sprachen in Skandinavien. Im Gegensatz zu den deutschen Umlauten ä, ö und ü, die nicht zu den offiziellen Buchstaben gezählt werden, ist das å im Norden ein vollwertiger Buchstabe. Im schwedischen Alphabet kommt er an 27. Stelle, noch vor ä und ö.

Vor dem å muss man sich nicht fürchten. Die Aussprache ist ganz leicht, man denkt sich einfach den unteren Teil weg, dann bleibt ein o, dass man aussprechen kann wie das o in «offen». Der Beweis: Hallo auf Schwedisch heisst hallå.

Beim Wintersport haben wir den Nordländern viel zu verdanken. Unter anderem die Wörter Ski und Loipe, die aus dem Norwegischen stammen. Wer weiss, was aus Dario Cologna geworden wäre, wenn ihm diese beiden Ausdrücke nicht zur Verfügung gestanden hätten. Wäre es da nicht angebracht, dem å ein bisschen mehr Respekt entgegenzubringen?