Kunstrasen-Streit

Dubler erweist dem FC Wohlen einen Bärendienst

In Wohlen wird mit harten Bandagen um den geplanten Kunstrasen gekämpft.

In Wohlen wird mit harten Bandagen um den geplanten Kunstrasen gekämpft.

Seit fünf Monaten ist Walter Dubler als Gemeindeammann von Wohlen suspendiert. Vor einem Monat hat ihn das Bezirksgericht Zurzach wegen Betrugs und ungetreuer Geschäftsbesorgung verurteilt. Dennoch versucht Dubler weiter, in Wohlen in seinem Sinn die Strippen zu ziehen. Dass er sich bei aktuellen Themen wie dem Referendum gegen einen Kunstrasen für den FC Wohlen einmischt, ist sein gutes Recht.

Daran ändert auch nichts, dass Dubler seit Jahren der Donatorenvereinigung des Clubs angehört und deshalb auf ein Netzwerk von Persönlichkeiten zählen kann, die ihn politisch unterstützen. Kritiker des Gemeindeammanns mögen dies als Filz bezeichnen, doch Dublers Mitgliedschaft bei den FC-Donatoren ist allgemein bekannt, in Wohlen weiss die Bevölkerung, dass ihr Ammann den Club unterstützt.

Die Art und Weise, wie Dubler dies derzeit tut, ist aber mehr als fragwürdig. Dass ein einflussreicher Politiker wie er ein Mitglied des Referendumskomitees zum Austritt auffordert, ist schon aussergewöhnlich. Dass Dubler den Kunstrasen-Kritiker aber darauf hinweist, es könne sich negativ auf seine private und berufliche Zukunft auswirken, wenn dieser sich weiter im Komitee engagiert, grenzt an Nötigung. Mit seinem Druckversuch, der im aktuellen Fall erfolglos blieb, erweist Dubler dem FC Wohlen einen Bärendienst. Statt über den Kunstrasen zu diskutieren, werden sich die Wohler fragen, warum ihr Ammann es nötig hat, Kritiker derart anzugehen. Für den FC, den Dubler unterstützen wollte, könnte er damit zur Hypothek werden.

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