Alles spricht zurzeit vom Pannenzug FV Dosto. Störungen beim Antrieb, den Türen und der Software sowie der mangelnde Komfort, der ihm den Übernamen Schüttelzug eingebracht hat, sorgen für Dauerkritik. Doch er ist nicht der einzige Zug der SBB, der den Passagieren den Angstschweiss ins Gesicht treibt.

Die Rede ist von einem Gefährt, das seit den 1980er-Jahren im Einsatz ist. Der «Personenwagen Typ EW I» fällt optisch mit viel Blau und gelben Türen auf. Angekündigt wird er jeweils auf den Anzeigetafeln mit dem verharmlosenden Wort «Ersatzzug». Viel treffender wäre die Bezeichnung: «Vor zehn Jahren zur Verschrottung freigegeben.» Die Beinfreiheit macht Billigfliegern à la Easyjet Konkurrenz, die Sitze sind maximal unbequem.

Von der fehlenden Klimatisierung erst gar nicht zu reden. Viel zu oft kommen die Wagen des Typs EW I zum Einsatz, dann etwa, wenn international verkehrende Züge zu spät unterwegs sind. «Ja, was sollen denn die SBB machen?», fragt mich ein Kollege. Ganz einfach: Setzt den FV Dosto grossflächig ein, liebe Bundesbahnen. Lieber etwas durchgeschüttelt werden, als sich einen Rückenschaden einzufangen. Lieber ein paar Minuten Verspätung wegen einer Türstörung als eine Fahrt mit dem wahren Zug des Grauens. Lieber einen Neustart mit dem Dosto mitten in der Pampa, als dieses Relikt aus längst vergessenen Holzklasse-Zeiten ertragen zu müssen.