Das Aargauer Kuratorium feiert seinen 50. Geburtstag und 50 Jahre Aargauer Kulturgesetz – und viele, viele kommen, weil sie das gerne mitfeiern. Was werden sie sehen und hören? Eine mutige Demonstration für die Kultur, Visionen für die künftige Kulturpolitik?

In den Reden wurde die Vergangenheit beschworen, die Pioniertat der 1960er-Jahre gelobt, gegen alle Widerstände und Ängste ein Kulturgesetz durchzubringen. Fulminant setzte die musikalisch-bildnerische Jubiläumsaufführung diese Anfänge um. Doch je näher man der Gegenwart kam, desto flacher und braver wurden Inszenierung, Bilder und Musik, desto vorsichtiger die Reden, desto spärlicher die Informationen im Jubiläumsbuch.

Gloriose Taten der Vergangenheit zu verklären, ist ein probates Mittel, um daraus Ideen und Forderungen für die Zukunft abzuleiten. Im Sinne von: Was die Pioniere einst schafften, können wir Heutigen doch auch! Die brav verwaltete Aargauer Kulturpolitik – und vor allem das vom Parlament marginalisierte und lediglich reagierende Kuratorium – hätten es dringend nötig.

Doch statt Mut und Weitsicht prägten Zufriedenheit und Nostalgie die Feier. Für den Blick in die Zukunft mussten einige Floskeln und harmlose Bilder genügen. Das Jubiläum hätte der Kultur-Anlass des Jahres im Aargau werden können. Diese Chance hat man verpasst.

Eine neue gibt es nicht, sicher nicht so bald. Welch eine Schreckensvision, dass man zum 100. Geburtstag dereinst nochmals dieselben Bilder und Worte vorgesetzt bekommt.

sabine.altorfer@chmedia.ch

Sie waren an der Feier dabei: