Sepp Blatter

Der nächste Fifa-Skandal

Trotz reduzierter Sperre nicht zufrieden: Sepp Blatter

Trotz reduzierter Sperre nicht zufrieden: Sepp Blatter

Nein, Sepp Blatter ist sicherlich nicht über alle Zweifel erhaben. Aber man muss ihm zu Gute halten, dass er die Fifa auf Vordermann gebracht hat. Sein Abgang ist unwürdig.

Vielleicht lief tatsächlich nicht alles sauber bei Sepp Blatters 2-Millionen-Franken-Zahlung an Michel Platini. Vielleicht hat Blatter tatsächlich weggeschaut, wenn seine Kumpels aus der Fifa-Familie Schmiergelder kassiert haben. Vielleicht ist Blatter tatsächlich der falsche Mann, um der Fifa wieder zu Glaubwürdigkeit zu verhelfen. Aber darum geht es längst nicht mehr. Denn Blatter hat seinen Rücktritt per 26. Februar längst bekannt gegeben.

Es geht nur noch darum, einem angeschlagenen, alten Mann den K.-o.-Schlag zu verpassen. Anders ist nicht zu erklären, dass man Blatter nicht mal Zutritt zum Kongress vom Freitag erteilt, um sich von seiner Freundin, wie er die Fifa in glücklichen Tagen genannt hat, zu verabschieden.

Klar: Blatter steht für Günstlingswirtschaft. Aber er kann auch für sich reklamieren, jener Präsident gewesen zu sein, der die Fifa von einem maroden Verein in eine Gelddruckmaschine verwandelt hat.

Als er 1998 zum Präsidenten gewählt wurde, beliefen sich die Schulden auf 20 Millionen Dollar. Heute hat die Fifa 1,5 Milliarden Reserven. Dafür hat er zumindest von seiner Familie ein gewisses Mass an Anerkennung verdient. Im Minimum einen letzten Auftritt am Kongress. Im besseren Fall die Aufhebung der Sperre.

Denn es ist nicht Blatter, den die Fifa fürchten muss, sondern die US-Justiz. Möglich, dass dies der Grund für die Demontage ist. Denn die Amerikaner wollen Blatters Skalp.

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