Man kann noch an die Costa Brava reisen und gut ohne Katalanisch auskommen. Der ahnungslose Tourist wundert sich vielleicht ob der vielen gelben Schleifen an den Balkongeländern oder der ungewohnten X in den zweisprachig angeschriebenen Schildern. Doch
eine Reise nach Katalonien wird noch viel besser, wenn man genauer hinhört.

Katalanisch klingt wie eine Mischung aus Rätoromanisch und Portugiesisch. Viel weicher als Kastilisch. Während Spanisch wie ein stakkatoartiger Platzregen auf einen einprasselt, wird der katalanische Redefluss immer wieder von ein paar «sch»-Lauten und klangvollen Vokalkombinationen gestaut. Manche Wörter sind dem Spanischen sehr ähnlich. Aigua statt Agua (Wasser), Caixa statt Caja (Kasse in Bankennamen). Doch oft helfen weder Spanischkentnisse noch diejenigen anderer romanischer Sprachen, um katalanische Begriffe zu verstehen. Das Katalanische ist nicht etwa ein Dialekt des Spanischen, sondern eine eigene Sprache, die sich bereits im 8. Jahrhundert aus dem Lateinischen entwickelt hat.

Der Name von Pep Guardiola, Trainer des Fussballclubs Manchester City, ist übrigens auch Katalanisch: Guardiola heisst Sparschwein. Wie passend für einen Verein, dessen Besitzer ein Scheich ist und eine sehr volle Caixa hat.