Bundesratsentscheid

Bezahlter Urlaub für Pflege: Entlastung in einer schwierigen Lage

Eine Krebsdiagnose, ein schwerer Unfall oder ein anderer Schicksalsschlag kann das Leben ganzer Familien aus der Bahn werfen. (Archivbild)

Eine Krebsdiagnose, ein schwerer Unfall oder ein anderer Schicksalsschlag kann das Leben ganzer Familien aus der Bahn werfen. (Archivbild)

Eine Krebsdiagnose, ein schwerer Unfall oder ein anderer Schicksalsschlag kann das Leben ganzer Familien aus der Bahn werfen. Daneben stellen sich auch organisatorische Fragen: Wer kümmert sich um das Kind, die Mutter, den Ehegatten – und wie lässt sich das mit dem Job vereinbaren?

Es ist richtig und wichtig, dass sich der Bundesrat dieser Frage annimmt. Denn oft sind es die Frauen, die Angehörige unentgeltlich pflegen. Weil heute mehr von ihnen erwerbstätig sind, hat sich das Problem der Vereinbarkeit verschärft. Die positive Seite davon: Die Gratisarbeit wird sichtbarer.

Der Bundesrat schlägt nun vor allem für Eltern eine Verbesserung vor, deren Kind schwer erkrankt oder verunfallt ist. Sie sollen künftig 14 Wochen bezahlten Urlaub beziehen können. Bei jährlich 4500 betroffenen Familien wird so verhindert, dass ein Elternteil seinen Job aufgeben muss oder unbezahlten Urlaub nehmen muss – und auch noch Geldsorgen die Familie plagen.

Für Arbeitgeber kann es schwierig sein, wenn ein Angestellter länger ausfällt. Es ist daher richtig, den Pflegeurlaub auf Eltern schwerkranker Kinder zu beschränken. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass all jene, die erwachsene Verwandte pflegen, sich ebenfalls in einer schwierigen Situation befinden können.

Eine pauschale gesetzliche – und finanzierbare – Lösung für sie zu finden, dürfte indes schwierig sein, zumal ihre Bedürfnisse unterschiedlich sind. Die Arbeitgeber stehen in der Pflicht zu zeigen, dass sie Hand für individuelle Lösungen bieten – und es keine staatliche Regelung braucht.

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