Nato-Gipfel

Angst vor dem Nato-Zombie

US-Präsident Donald Trump will die Nato stärker gegen China in Stellung bringen.

US-Präsident Donald Trump will die Nato stärker gegen China in Stellung bringen.

Macron gegen Trump: Der französische und der amerikanische Präsident wollen die Nato unterschiedlich positionieren. Das führt zu Verwerfungen.

Nach dem Ende des Kalten Krieges braucht die Nato einen neuen Feind. Was martialisch klingt, ist verteidigungspolitische Realität: Der Schutz vor dem gemeinsamen Gegner ist der erste und einzige Zweck von Militär-Bündnissen.

Zur Zeit des Kalten Krieges war die Sache klar: Der «böse Feind» hockt im Kreml. Für Polen und die baltischen Staaten ist das noch immer so. Anders für Frankreichs Emmanuel Macron. Er sieht die heutige Nato eher als Schutz gegen den internationalen Terror. US-Präsident Donald Trump wiederum möchte die Allianz vermehrt gegen China einschiessen.

Peinlicherweise tobt der Richtungsstreit in aller Öffentlichkeit. Für Wladimir Putin und andere Gegner des westlichen Pakts ist die Selbstzerfleischung ein Genuss mitanzusehen. Wie lange wird es dauern, bis jemand den Zusammenhalt wirklich einmal zu testen wagt?

Zu ihrem 70. Geburtstag wäre es der Nato zu wünschen, dass sie mit ihrer Sinnsuche bald vorwärtskommt. Transatlantische Stabilität ist auch im Interesse der Schweiz. Andernfalls droht, dass die Nato zu dem zu wird, was Gehirntote wirklich sind: Ein Zombie.

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