Arbeitnehmer

Achtung, Burnout

Stress am Arbeitsplatz. (Symbolbild)

Stress am Arbeitsplatz. (Symbolbild)

Eine Zufriedenheits-Umfrage hat ergeben: Wir haben zu viel Stress und erhalten zu wenig Lohn.Der Kommentar.

Die neuste Umfrage von Travail Suisse bei Arbeitnehmenden in der Schweiz hat zutage gefördert, was wir alle schon wissen: Wir haben zu viel Stress und wir erhalten zu wenig Lohn.

So angebracht eine Portion Skepsis bei Zufriedenheits-Umfragen ist, mit einer Bagatellisierung dürften die Resultate verkannt werden. Und mit ihnen die Zeichen der Zeit. Die Job-Sicherheit als grösste Sorge wurde abgelöst von der Angst, dass dieser Job die Gesundheit ruiniert. Nicht wie früher wegen Unfällen, sondern wegen emotionaler Erschöpfung. Sie ist weniger sichtbar als Arbeitslosigkeit, aber längst kein Luxus- oder Phantomproblem mehr. Vielmehr scheint sie sich wie eine Pandemie am Arbeitsmarkt auszubreiten. Dieser stellt immer schneller immer höhere Anforderungen. Kaum jemand, der in seinem Umfeld keinen Fall von Burnout kennt.

Ebenso berechtigt ist der Ruf nach Förderung von Weiterbildung. In Zeiten, da die Arbeitgeber ständig über Fachkräftemangel klagen, sollte dies eigentlich selbstverständlich sein. Nicht so recht ins Bild passen will lediglich die Forderung nach mehr Reallohn. Die Preise sinken in der Schweiz seit längerem. In den meisten Industrieländern konnte die Mittelschicht in den letzten zwanzig Jahren kaum noch Einkommensgewinne erzielen. Eine Studie der UBS hat ausgerechnet zu Beginn dieses Monats gezeigt, dass die Schweiz diesbezüglich einen Sonderfall darstellt.

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