Verheerende Unwetter
Vereinte Nationen starten neuen Spendenaufruf für Pakistan

Nach den katastrophalen Regenfällen im südasiatischen Staat braucht es Millionen von Spendengelder. Diese sollen die Nahrungsmittelversorgung, sauberes Trinkwasser und eine stabile Gesundheitsversorgung sicher stellen, um eine humanitäre Katastrophe abzuwenden. 5,8 Millionen Menschen sind vom Hunger bedroht.

Drucken

Pakistan braucht weitere Millionenhilfe zur Bewältigung der Folgen der verheerenden Überschwemmungen. Es gehe um Leben und Tod, sagte der humanitäre Koordinator der Vereinten Nationen im Land, Julien Harneis, am Montag in Genf. Die Vereinten Nationen brauchten bis Ende Mai 2023 rund 816 Millionen Dollar (835 Mio Euro), um eine Hungersnot abzuwenden und Menschen medizinisch zu versorgen. Der detaillierte Plan sollte Geberländern am Dienstag in Genf präsentiert werden.

Menschen, die von den Überschwemmungen betroffen sind, erhalten kostenlose Lebensmittel, die von der Pakistan Red Crescent Society in Larkana, Pakistan verteilt werden.

Menschen, die von den Überschwemmungen betroffen sind, erhalten kostenlose Lebensmittel, die von der Pakistan Red Crescent Society in Larkana, Pakistan verteilt werden.

Waqar Hussain / EPA

Die Regierung stelle jede Menge Hilfen bereit, aber die Katastrophe sei zu gross, als dass die Behörden dies allein bewältigen könnten. Länder, die von der Industrialisierung profitiert und damit zum Klimawandel beigetragen haben, der solche Katastrophen beflügele, hätten eine besondere Verantwortung.

Das Geld sei für Nahrungsmittel, sauberes Trinkwasser und die Gesundheitsversorgung nötig, sagte Harneis. 5,8 Millionen Menschen seien schon vom Hunger bedroht, und die Zahl dürfte weiter steigen. 1700 Gesundheitseinrichtungen seien beschädigt oder zerstört worden. Der Wiederaufbau von Tausenden weiteren zerstörten oder beschädigten Häusern, Strassen und Brücken müsse separat finanziert werden.

Pakistanisches Gesundheitspersonal räuchert Moskitos aus, um einen Ausbruch des Dengue-Fiebers in Peshawar, Pakistan, zu verhindern.

Pakistanisches Gesundheitspersonal räuchert Moskitos aus, um einen Ausbruch des Dengue-Fiebers in Peshawar, Pakistan, zu verhindern.

Muhammad Sajjad / AP

Pakistan erlebt nach heftigen und lang anhaltenden Regenfällen beispiellose Überschwemmungen. Rund 2000 Menschen kamen ums Leben. Infektionskrankheiten breiten sich aus, weil sauberes Wasser fehlt.

In einem ersten Spendenaufruf für Pakistan baten die Vereinten Nationen Ende August um 160 Millionen Dollar. Davon seien bislang 54 Prozent fest zugesagt worden, sagte Harneis. (dpa)