Unwetter
Wochenende: Erneute Gewittergefahr in westdeutschen Katastrophengebieten

In den westdeutschen Katastrophengebieten bereiten die Wetteraussichten für die nächsten Tage Sorgen. Es könne erneut Starkregen geben, sagt der Deutsche Wetterdienst. Doch welche Gebiete genau könnte der treffen?

Merken
Drucken
Teilen
Feuerwehrleute inspizieren die vom Hochwasser hart getroffene Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler.
25 Bilder
Feuerwehrleute inspizieren die vom Hochwasser hart getroffene Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Trümmer eingestürzter Gebäude in Erftstadt im Bundesland Nordrhein-Westfalen.
Hier haben die Wassermassen sogar Autos weggespült.
Nahe einer Kiesgrube bei der Gemeinde Erftstadt sorgten die Wassermassen für diesen Erdrutsch.
Trümmer von Häusern in Schuld.
Dieses Drohnenbild zeigt das Ausmass der Zerstörung durch das Hochwasser in Erftstadt, südwestlich von Köln.
Bahngleise wurden in der Gemeinde Altenahr vom Hochwasser unterspült. Starkregen führte zu extremen Überschwemmungen.
Rheinland-Pfalz: Der Friedhof in Altenahr ist vom Hochwasser überflutet.
Die Einrichtung einer Gaststätte in Altenahr wurde durch das Hochwasser zerstört.
Ein zerstörter Wohnwagen und andere Trümmerteile liegen neben einem Gleis.
Nordrhein-Westfalen, Heimerzheim: Eine Straße im Ortskern ist überflutet.
Rheinland-Pfalz, Schuld: Durch das Hochwasser schwer beschädigte Häuser.
Rheinland-Pfalz, Bad Neuenahr: Ein Kleingartengelände steht unter Wasser.
Rheinland-Pfalz, Bad Neuenahr: Der Lagerplatz eines Getränkemarkts steht unter Wasser.
Rheinland-Pfalz, Schuld: Zwei Frauen stehen neben Trümmern vor einem Haus in dem Ort im Kreis Ahrweiler am Tag nach dem Unwetter mit Hochwasser. Mindestens sechs Häuser wurden durch die Fluten zerstört.
Nordrhein-Westfalen, Hagen: Ein Auto steht begraben von Geröll im Ortsteil Hohenlimburg.
Nordrhein-Westfalen, Trier: Das Klinikum Mutterhaus Ehrang steht unter Wasser und wurde komplett notevakuiert.
Rheinland-Pfalz, Insul: Weitgehend überflutet ist das Dorf Insul in Rheinland-Pfalz nach massiven Regenfällen (Luftaufnahme mit Drohne).
Rheinland-Pfalz, Kordel: Der Ort ist vom Hochwasser der Kyll überflutet.
Rheinland-Pfalz: In der Nähe der Ortschaft Speicher ist eine Brücke über die Kyll vom Hochwasser weggerissen worden.
Rheinland-Pfalz, Kordel: Ein Regionalzug steht im Bahnhof des Ortes im Wasser. Der Strom viel aus und die Bahn blieb am Mittwoch liegen.
Nordrhein-Westfalen, Euskirchen: Ein Wohnwagen hängt im Uferbereich der Erft an einer Brücke.
Rheinland-Pfalz, Schuld: Zwei Feuerwehrleute gehen in dem Dorf im Kreis Ahrweiler nach dem Unwetter mit Hochwasser durch den Schutt.
Rheinland-Pfalz, Schuld: Schutt liegt in dem Ort im Kreis Ahrweiler nach dem Unwetter und den Überschwemmungen vor einem Haus.

Feuerwehrleute inspizieren die vom Hochwasser hart getroffene Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Friedemann Vogel / EPA

Gut eine Woche nach der Flutkatastrophe blicken die Menschen in den betroffenen westdeutschen Gebieten mit Sorgen auf die Wetteraussichten für das Wochenende. Schauerartiger Regen und Gewitter werden in Rheinland-Pfalz und auch im Saarland erwartet. Es könne erneut Starkregen geben, sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Donnerstag - wo genau, sei derzeit aber noch nicht genau vorherzusagen.

Nach einigen Tagen Sonnenschein drohen auch in Nordrhein-Westfalen am Wochenende wieder Schauer und Gewitter mit Starkregen. «Es kann theoretisch und punktuell in den Unwetterbereich gehen», hiess es vom DWD.

Die Bewölkung in Rheinland-Pfalz ziehe am Samstag auf, so die Meteorologin. Am Mittag gebe es zunächst im Westen schauerartigen Regen, am Nachmittag sei dann das ganze Gebiet betroffen. Auch am Sonntag können sich im Laufe des Tages örtlich Gewitter bilden. Am Freitag scheine in NRW zunächst noch die Sonne, vor allem im Südwesten. Am Samstag soll laut DWD von Südwesten dann Bewölkung aufziehen. Zunächst regne es in der Eifel, im Laufe des Nachmittags breiteten sich die Niederschläge aus. An beiden Tagen müsse man mit Gewittern rechnen, berichtete die Meteorologin.

Vorige Woche hatte ein Unwetter mit Starkregen eine verheerende Flut in Rheinland-Pfalz und NRW ausgelöst: Bei der Hochwasser-Katastrophe kamen nach bisherigen Erkenntnissen mehr als 170 Menschen ums Leben. Teile der Region Ahrweiler haben noch immer weder Wasser noch Strom.

Warnung vor zunehmenden Wetterextremen

An diesem Donnerstag will sich die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ein Bild von der Lage in Rheinland-Pfalz machen: Gerda Hasselfeldt wird in Bad Neuenahr-Ahrweiler eine ambulante Arztpraxis des DRK besuchen (11.00 Uhr). Sie will zudem ein erstes Fazit des bisherigen Einsatzes ziehen, auf die kommenden Wochen blicken und sich dazu äussern, wie gut Deutschland auf solche Katastrophen vorbereitet ist. Kürzlich hatte Hasselfeldt bereits eine bessere Prävention gefordert und darauf verwiesen, dass Wetterextreme in den nächsten Jahren zunehmen werden.

Das nordrhein-westfälische Kabinett berät ab 11.00 Uhr über Folgen der Unwetterkatastrophe und Soforthilfen. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte bereits angekündigt, dass NRW 200 Millionen Euro Soforthilfe für die Opfer bereitstellen werde und eine schnelle Abwicklung der Auszahlungen zugesagt. Weitere Hilfen kommen vom Bund.

Auf dem Fuhrpark des Nürburgrings ist unterdessen das Basislager für den Einsatz von Technischem Hilfswerk, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Bundeswehr für das Katastrophengebiet im Ahrtal entstanden. Mit 4500 bis 4700 Helfern wurde in der Nacht zum Donnerstag auf dem Gelände gerechnet, sagte Einsatzleiter Heinz Wolschendorf.

Im Katastrophengebiet Erftstadt-Blessem in Nordrhein-Westfalen dürfen einige Anwohner voraussichtlich schon von Donnerstag an dauerhaft in ihre Häuser zurück. Voraussetzung sei, dass die Standsicherheit der Gebäude gewährleistet ist, teilte Landrat Frank Rock mit. Dies werde ab dem Vormittag vom Geologischen Dienst überprüft. Ist dies geschehen, müsse «den Blessemer Bürgern auch die Möglichkeit eröffnet werden, ihre Häuser und Wohnungen wieder dauerhaft zu betreten, insbesondere um Aufräumarbeiten zu leisten», sagte Rock.