Abhörskandal
Schweizer Freund glaubt an Comeback des Medienmoguls

Der massiv unter Druck geratene Rupert Murdoch ist seit Jahrzehnten mit dem Schweizer Unternehmer Walter Reist befreundet. Reist beschreibt Murdoch als «gradlinig, bescheiden und offen» und glaubt an ein Comeback des Medienmoguls.

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Seine Medien sorgen für Skandale: Rupert Murdoch (Archiv)

Seine Medien sorgen für Skandale: Rupert Murdoch (Archiv)

Keystone

Der Pionier in der Fördertechnik aus Schaffhausen und der angehende Medienmogul aus Melbourne trafen sich 1971 das erste Mal. Der Gründer des Medienkonzerns News Corporation kam persönlich ins Zürcher Oberland und bestellte Förderanlagen für 128 Millionen Franken. Aus einer Geschäftspartnerschaft – Reist machte mit Murdoch insgesamt Deals über 1,5 Milliarden Franken – wurde eine Freundschaft, die bis heute andauert. So schicken sie sich handschriftliche Briefe.

Für Reist ist klar: «Murdoch hat seinen Mitarbeitern, wenn er ihnen vertraute, viel Freiraum gelassen. Dieser Freiraum wurde ihm jetzt wohl zum Verhängnis.» Umso mehr sei es an Murdoch, nun die Verantwortung zu übernehmen. «Er kann sie nicht einfach delegieren», sagt Reist. Auch wenn Murdoch nichts von den Abhörmethoden gewusst haben will, müsse er dafür hin- und geradestehen. Murdoch sei ein hochanständiger und seriöser Mensch: „Er ist älter geworden, aber sicher nicht so schwächlich, wie er jetzt in den Medien dargestellt wird.“

Dass Murdochs Imperium am Ende ist, kann Reist nicht glauben: «»Ich bin überzeugt, dass er sich wieder etwas einfallen lässt und zurück kommt.» Ihm sei von Anfang an klar gewesen, so Reist, „dass Murdoch ein ausserordentlicher Unternehmer ist“. Er habe den Eindruck vermittelt, «etwas aufbauen zu wollen». So wie es auch Reist tat, der 3500 Patente im Bereich der Druckweiterverarbeitung besitzt. Die Ferag macht ihren 1500 Mitarbeitern einen Gewinn von rund 400 Millionen Franken.