Hirntumor
Panamas Ex-Diktator Noriega ist tot

Der frühere Machthaber von Panama, Manuel Noriega, ist nach einem mehrmonatigen Aufenthalt in einem Spital gestorben. Er wurde 83 Jahre alt.

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Ein Bild Manuel Noriegas aus dem Jahr 1989.

Ein Bild Manuel Noriegas aus dem Jahr 1989.

Keystone

Noriega hatte sich Anfang März im Spital Santo Tomás einer Gehirnoperation unterzogen, es wurde bei ihm ein gutartiger Hirntumor entfernt. Dabei hatte es Komplikationen gegeben. Danach kam es zu einer Hirnblutung, und der ehemalige Diktator musste erneut operiert werden. Der Tod des Ex-Generals sei eine Folge davon gewesen, berichtete die Zeitung "La Prensa".

Noriega war im Januar vorläufig aus dem Gefängnis El Renacer in der Kanalzone entlassen und zur Vorbereitung auf die Operation unter Hausarrest gestellt worden.

Mit dem Tod des Ex-Generals sei ein Kapitel der Geschichte Panamas abgeschlossen, schrieb der Präsident des Landes, Juan Carlos Varela, auf Twitter. Die Familie und seine drei Töchter hätten es verdient, dass Noriega in Frieden bestattet werde.

Noriega war 1983 Kommandant der Nationalgarde geworden und hatte Panama bis Ende 1989 regiert. Der einstige Verbündete der USA war Ende der 1980er Jahre wegen seiner Verbindungen zum kolumbianischen Medellín-Kartell in Ungnade gefallen und bei der US-Militärintervention "Just Cause" gestürzt worden.

Anonyme Massengräber

Während dieser Operation waren Schätzungen zufolge mehr als 3000 Menschen ums Leben gekommen, darunter zahlreiche Zivilisten. Die genaue Zahl und die Identität der Opfer ist allerdings unklar, weil viele Leichen in anonymen Massengräbern bestattet wurden.

Wegen Drogenhandels sass der ehemalige Diktator in den USA rund 20 Jahre in Haft. Später wurde er in Frankreich wegen Geldwäscherei verurteilt und nach Panama ausgeliefert.

Seit 2011 verbüsste Noriega eine Freiheitsstrafe wegen des sogenannten Massakers von Albrook. Nach einem gescheiterten Putsch im Oktober 1989 waren auf dem Luftwaffenstützpunkt Albrook zehn Soldaten von Noriegas Anhängern gefoltert und getötet worden. Zudem soll Noriega für den Mord an dem Guerillero Hugo Spadafora und die Verschleppung des Gewerkschafters Heliodoro Portugal verantwortlich gewesen sein.

Drogengelder in der Schweiz

Noriega lagerte einen Teil seiner Drogengelder auch in der Schweiz. Auf Antrag der US-Behörden wurden 1990 Vermögenswerte des Generals in Genf gesperrt und insgesamt 20 Millionen Franken eingefroren.

Für den Strafprozess in den Vereinigten Staaten bekamen die USA von der Schweiz Einsicht in die Bankunterlagen des Generals. Da die Gelder aus dem Drogenhandel stammten, wurden sie jedoch nicht an die USA übergeben. Sie wurden schlussendlich vom Kanton Genf im Jahr 2000 eingezogen.