Russland
Mehr als 50 000 Corona-Tote in Russland

In Russland ist die Zahl der Corona-Toten nach offiziellen Angaben über die Marke von 50 000 gestiegen. Nach 585 neuen Todesfällen lag die Zahl am Samstag bei 50 347, wie Regierungsbehörden in Moskau mitteilten. Zudem habe es 28 209 Neuinfektionen gegeben. Die Sterbezahlen des nationalen russischen Statistikamtes lagen nach Medienberichten allerdings deutlich über den Angaben der Regierung. Demnach weist die Regierung in ihren Zahlen weiter nur jene Fälle aus, in denen Covid-19 als Todesursache genannt wird.

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Eine Intensivstation in Wladiwostok. Foto: Aleksander Khitrov/AP/dpa

Eine Intensivstation in Wladiwostok. Foto: Aleksander Khitrov/AP/dpa

Keystone/AP/Aleksander Khitrov

Experten hatten erklärt, dass in vielen Fällen zwar eine Infektion mit dem Coronavirus vorliege, auf der Sterbeurkunde aber eine andere Todesursache genannt werde. Nach einem Bericht der Zeitung "RBK" erfasst das Statistikamt seit April vorübergehend keine Todesursachen mehr, listet aber alle Sterbefälle mit einer Coronainfektionen auf. Demnach liegt die Übersterblichkeit in der Pandemie bei über 13 Prozent. Trotz der hohen Zahlen gibt es keinen Lockdown in Russland.

Seit Anfang Dezember läuft landesweit eine Massenimpfung mit dem von eigenen Forschern entwickelten Impfstoff "Sputnik V". Kremlsprecher Dmitri Peskow beklagte in einem am Samstag ausgestrahlten Interview des Staatsfernsehens, dass der Impfstoff im Westen teils schlecht geredet werde. "Das ist alles Konkurrenz", meinte er mit Blick auf westliche Vakzine auf dem umkämpften Pharmamarkt. Dabei sät Russland nach Angaben von Experten selbst immer wieder Zweifel.

Kremlchef Wladimir Putin etwa hatte am Donnerstag gesagt, dass der für Menschen bis 60 Jahre zugelassene Impfstoff "Sputnik V" für ihn als 68-Jährigen im Moment nicht infrage komme. Mit westlichen Impfstoffen werden hingegen gerade ältere Menschen versorgt, um diese Risikogruppe zu schützen. Regierungsvertreter in Moskau hatten zudem vor Alkoholkonsum gewarnt, um die Wirksamkeit der Impfung nicht zu gefährden. "Sputnik V" wird in zwei Impfungen im Abstand von 21 Tagen verabreicht. Es soll mindestens 42 Tage dauern, bis sich eine Immunität bilde.